Ein See füllt die Gipfelcaldera Der Tianchi liegt in der weiten Caldera auf dem Gipfel des Changbaishan, einem Vulkanbecken, das durch den Einsturz des Gipfels entstand. Laut der Geopark-Beschreibung der UNESCO begann sich hier vor Zehntausenden von Jahren Wasser zu sammeln, nachdem zuvor der Tianwenfeng ausgebrochen war; nach dem Ausbruch im Jahr 946 füllte sich der See erneut. Vulkanische Ablagerungen am Kraterrand bewahren Hinweise auf verschiedene Aktivitätsphasen des Vulkans. Form und Abfluss des Sees gehören zu derselben Landschaftsform: Ein Becken sammelt das Wasser, ein Tal führt es wieder ab.

Der Zugang von der Nordseite, um den es in diesem Beitrag geht, liegt im Kreis Antu in der Präfektur Yanbian. Die UNESCO führt den chinesischen Teil des Changbaishan als Globalen Geopark, der 2024 ausgewiesen wurde, und verzeichnet zusätzlich eine Biosphärenreservats-Ausweisung aus dem Jahr 1979. Diese Bezeichnungen gehören zu verschiedenen Naturschutz- und Geowissenschaftsprogrammen. Der Tianchi liegt an der Grenze zwischen China und Nordkorea; das Gebirgsmassiv reicht über die Verwaltungsgrenzen hinaus, die für diesen nördlichen Zugang gelten.

Der Millenniums-Ausbruch von 946 Ein Bericht der Nordostpädagogischen Universität von 2025 datiert den Millenniums-Ausbruch am Changbaishan auf das Jahr 946. Die UNESCO-Darstellung des Globalen Geoparks Changbaishan beschreibt vulkanische Ablagerungen, die Zeugnisse der vulkanischen Aktivität bewahren.

Ein Wasserlauf nach Norden führt nach Erdaobaihe Ein 2018 veröffentlichter Eintrag in der Lokalchronik von Jilin beschreibt den Flusslauf vom Tianchi-See durch den Tongtian-Fluss, über eine Felswand hinab zum Changbai-Wasserfall und weiter nach Norden in Richtung Erdaobaihe. Ein Überblick zu Wasserressourcen des Verwaltungskomitees Changbaishan vom 14. März 2023 nennt den Erdaobai-Fluss als Quellfluss des Songhua-Systems. Zusammen beschreiben diese Quellen einen nördlichen Wasserlauf über Tongtian und den Changbai-Wasserfall bis Erdaobaihe sowie die Verbindung des Flusses mit dem Songhua-System.

Der Ort Erdaobaihe im Kreis Antu ist laut Tourismusverzeichnis der Provinz Jilin der wichtigste Zugang zum nördlichen Landschaftsgebiet. Der Weg von der Nordseite, der Grenzsee und das gesamte Changbaishan-Massiv sind unterschiedliche geografische Maßstäbe. Wer dem Abfluss folgt, bleibt beim tatsächlichen Verlauf des Wassers: vom Becken des Tianchi über die nördliche Kaskade bis hinunter ins Flusssystem.