Aus dem Journal

Grotten zum Umrunden, Betrachten und Beten

Mittelpfeiler, Hallen, Skulpturen und bemalte Decken zeigen, wie Mogaos Grundrisse Bewegung und Blick der Gläubigen lenkten.

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Räume im schwierigen Fels

Mogaos Konglomeratwand besteht aus fest verbundenen Kieseln und Sand. Baumeister höhlten Räume in den Fels und gestalteten sie mit Holzstützen, Ton und Putz. Bemalte Bilder und modellierte Figuren vollendeten die Räume. Die Geologie stellte die Aufgabe; Architektur und aufgebrachte Materialien formten jede Grotte. Wände, Decken, Eingänge und Andachtsbilder wurden als Teile eines gemeinsamen Raums geplant.

Bemalte Skulptur am Mittelpfeiler und Malereien der Nordwand in Höhle 254, Nördliche Wei.
Bemalte Skulptur am Mittelpfeiler und Malereien der Nordwand in Höhle 254, Nördliche Wei.

Die Mittelpfeilergrotte

In einer Mittelpfeilergrotte steht ein Pfeiler im Raum; auf seinen Seiten können Bilder oder Nischen liegen. Die Anlage ermöglicht es, das Zentrum zu umrunden und verbindet das Betrachten mit der rituellen Umkreisung eines heiligen Bildes. Wandmalereien und Mittelbau gestalten gemeinsam ein Bildfeld, durch das sich Besucher bewegen.

Die Hallengrotte

Eine Hallengrotte richtet den Blick häufig auf ein Hauptbild oder eine Nische am hinteren Ende. Eingang, Raumtiefe und Standort der Figur schaffen eine Richtung nach vorn. Der lange Gang von Höhle 16 zeigt außerdem, wie ein Übergangsraum Besucher auf den Hauptraum vorbereitet. Diese Form unterscheidet sich von einem Raum, in dem man um ein heiliges Zentrum gehen kann.

Wandmalerei der Jataka-Erzählung von König Sibi, Höhle 254, Nördliche Wei.
Wandmalerei der Jataka-Erzählung von König Sibi, Höhle 254, Nördliche Wei.

Malerei, Skulptur und Holz gehören zusammen

Eine Tonstatue kann vor einer bemalten Szene hervortreten; eine äußere Holzfassade markiert den Eingang in der Felswand. Deckenmuster rahmen den Raum von oben. Jedes Medium verändert die Wahrnehmung der anderen: Der Blick einer Statue kann zur Wand führen, ein bemalter Baldachin die Decke als heiligen Bereich erscheinen lassen. Mogaos Architektur vereint Raum, Bilder und äußere Schwelle.

Ein Mittelpfeiler in Höhle 257

Höhle 257 zeigt den Grundriss mit Mittelpfeiler besonders deutlich. Ein turmartiger Kern steigt vom Boden bis zur Decke; Nischen und Bilder sitzen auf seinen Seiten. Die Wände ringsum sind in Register gegliedert: oben himmlische Musiker, in der Mitte Tausende Buddhas und Erzählbilder, unten Yakshas. Bauform und Malerei organisieren Bewegung und Aufmerksamkeit gemeinsam und verbinden den Rundgang um den Pfeiler mit Erzählungen und Andachtsbildern.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Bemalte Skulptur am Mittelpfeiler und Malereien der Nordwand in Höhle 254, Nördliche Wei.Zhang Weiwen (photograph); Ismoon (scan) · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗ Ausrichtung korrigiert, proportional verkleinert und in WebP umgewandelt; ohne Beschnitt oder Retusche.
  2. Wandmalerei der Jataka-Erzählung von König Sibi, Höhle 254, Nördliche Wei.Ismoon (scan credited on Commons page) · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗ Ausrichtung korrigiert, proportional verkleinert und in WebP umgewandelt; ohne Beschnitt oder Retusche.