Anfang der 1990er Jahre wurde im Kreis Kyirong eine chinesische Felsinschrift entdeckt. Ein Bericht der Regionalregierung von 2007 datiert sie auf 658 und deutet sie als Aufzeichnung einer Gesandtschaft nach Indien. Die Felsfläche ist etwa 1,5 Meter breit und vier Meter hoch; erhalten sind 311 Zeichen in 24 Spalten. Auch beschädigte Passagen verbinden die Geschichte einer Gebirgsüberquerung mit einem bestimmten Ort und einer Reise. Die Inschrift belegt den Weg einer Gesandtschaft, ist aber keine vollständige Karte aller Wege im Tal.
Aus dem Journal
Die Tang-Inschrift von Gyirong und ihre Kopie
Eine Tang-Inschrift in Gyirong berichtet von einer Gesandtschaft nach Indien; der originale Fels und eine spätere Kopie erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
In derselben Stadt · Shigatse ↗Eine Felsinschrift aus dem Jahr 658
Die in der Inschrift bewahrte Reise
Ein Bericht der Regionalregierung Tibets aus dem Jahr 2007 fasst die Inschrift als Bericht über Gesandte der Tang-Dynastie zusammen, die nach Tianzhu, der historischen chinesischen Bezeichnung für Indien, reisten. Nach einer beschwerlichen Reise von Chang’an hätten sie die Berge und Gewässer von Gyirong bewundert und ihre Ankunft mit Zeilen im Fels festgehalten. So wurde eine diplomatische Reise zu einem lokalen Zeugnis. Der Text steht in chinesischer Normalschrift und ist vertieft in den Fels gemeißelt.
Das Original schützen und den Text zeigen
Die 2007 abgeschlossenen Arbeiten umfassten ein Schutzdach gegen Regen und Schnee, die Sicherung des Hangs und die Verbesserung eines einfachen Weges. Vor dem Original wurde ein neuer Stein mit einer Abschrift des alten Textes aufgestellt, damit Besucher ihn leichter lesen konnten. Der Fels bewahrt die historische Inschrift, die Kopie macht ihren Text besser lesbar. Schutz und Vermittlung treffen hier zusammen: Das eine bewahrt den beschrifteten Fels, das andere zeigt die Worte der Tang-Gesandtschaft.
