Eine Chronik der Gemeinde verzeichnet für 1900 eine frühe Gebetsversammlung in Harbin, zunächst im Haus eines Bewohners und später in einem weiteren Familienhaus. 1902–03 bildete sich ein geistliches Komitee, das in der Artilleriestraße ein kleines Gebäude für eine Synagoge erwarb. Mit dem Wachstum der Gemeinde entstand die Hauptsynagoge an der heutigen Tongjiang-Straße; das Komitee nahm den Bau 1909 ab.
Aus dem Journal
Harbins jüdische Gemeinde: Gebet, Fürsorge und öffentliche Einrichtungen
Harbins jüdische Gemeinde errichtete eine Synagoge, eine Schule und eine Bibliothek und organisierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hilfe für verwundete Soldaten und Geflüchtete.
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Vom Gebet in Wohnhäusern zur Synagoge
Schulhof, Bibliothek und Lesesaal
Rabbi Levin, der 1903 als erster hauptamtlicher Rabbiner nach Harbin eingeladen wurde, leitete religiöse Aufgaben und die Einrichtung einer Schule im Synagogenhof. 1907 folgte eine jüdische Vollzeitschule. 1908 eröffnete die Gemeinde eine Bibliothek, die später in großem Umfang Bücher verlieh; 1912 richtete sie einen Lesesaal mit Veröffentlichungen auf Russisch, Hebräisch und Jiddisch ein. So wurde das Synagogenviertel auch zu einem Ort des Lernens und Lesens.
Fürsorge über die eigenen Straßen hinaus
Während des Russisch-Japanischen Krieges organisierte die Gemeinde Unterstützung für jüdische Soldaten, die in Harbin stationiert waren. Ein Frauenkomitee besuchte verwundete Soldaten im Krankenhaus, nähte Kleidung und half bei persönlichen Bedürfnissen; Gemeindeküchen bereiteten auch Pessachmahlzeiten zu. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Harbins zeigt sich daher in Einrichtungen und Fürsorge ebenso wie in den geschützten Gebäuden, die noch auf dem Stadtplan verzeichnet sind.
