Eine Museumssammlung aus Familienobjekten Ein veröffentlichter Bericht über das Mandschu-Museum Yitong beschreibt Objekte, die aus örtlichen Haushalten zusammengetragen wurden, darunter eine Genealogieschnur und ein großer Familienstammbaum. Die beiden Gegenstände bewahren Familiengeschichte auf verschiedene Weise. Die Länge und die befestigten Stücke der Schnur machen Abstammung greifbar; der Stammbaum hält mehrere Generationen auf einem Blatt fest, das in mandschurischer und chinesischer Sprache beschrieben ist. Beide Objekte bringen Familiengeschichten anhand von Materialien ins Museum, die man anfassen, aufbewahren und weitergeben konnte.

Ein Interview von 2022 mit der Familiengeschichtsforscherin He Xiaofang erläutert, dass mandschurische Genealogie eine materielle Form namens „suosuo“ oder „Kinderschnur“ annehmen konnte, neben späteren schriftlichen Familienlisten und Büchern. Dieser weitere Zusammenhang ordnet die Objekte aus Yitong ein, ohne die Praktiken einer Familie für jeden Haushalt stehen zu lassen. Der Bericht beschreibt eine Schnur der Familie Na und einen davon getrennten Stammbaum aus dem Jahr 1895.

Sieben Meter einer Familienlinie Die Beschreibung des Museums in Yitong nennt das Objekt der Familie Na eine sieben Meter lange „Kinderschnur“. Ihr Hauptstrang war aus Fäden in fünf Farben gedreht. Entlang der Schnur waren Stoffstreifen sowie kleine Knöchelchen von Schweinen und Schafen befestigt; laut Bericht standen die Streifen für Mädchen und die Knochen für Jungen. Mehr als siebzig Stoffstreifen wurden mit der Schnur in Verbindung gebracht, die der Familie zufolge eine Linie über achtzehn Generationen trug.

Die Schnur verwandelt Verwandtschaft in eine materielle Abfolge. Jedes angefügte Stück verändert die Linie und macht sie durch Länge, Textur und Gewicht sichtbar. He Xiaofangs Darstellung mandschurischer Genealogie beschreibt Schnüre als eine ältere materielle Form der Familienaufzeichnung, bei der Knöchelchen zwischen Generationen eingesetzt wurden und sich später daneben schriftliche Stammbäume entwickelten. Die Schnur aus Yitong gehört damit sowohl zur Geschichte einer Familie als auch zu einer umfassenderen Praxis, in der Fäden und befestigte Gegenstände Abstammung bewahren konnten.

Ein großes Blatt in zwei Schriften Derselbe Bericht beschreibt einen getrennten Stammbaum von 1895, 164 mal 108 Zentimeter groß, in mandschurischer und chinesischer Sprache.

Neben die sieben Meter lange Schnur gelegt, zeigt das Blatt eine andere Möglichkeit, Abstammung sichtbar zu machen. Die Schnur reiht Familienmarkierungen entlang eines geflochtenen Strangs auf; der Stammbaum ordnet Namen und Generationen schriftlich. He Xiaofangs Darstellung beschreibt die Entwicklung schriftlicher Listen und Familienbücher neben den Aufzeichnungen auf Schnüren. Die beiden Objekte aus Yitong lassen diesen Wandel der Form erkennen, ohne anzunehmen, dass die ältere materielle Praxis einfach verschwand: Faden und Papier konnten verwandte Arten familiärer Erinnerung tragen.

Von den Aufzeichnungen eines Haushalts zur Kreissammlung Ein veröffentlichter Bericht zur Kulturgeschichte Yitongs führt die Sammlungsarbeit des Museums auf ein 1986 eingerichtetes Büro zurück, das mandschurische Kulturobjekte zusammentragen und ordnen sollte. 1987 ging eine Wanderausstellung mit 1.800 Objekten nach Peking; im Juni desselben Jahres wurde das Mandschu-Volkskundemuseum Yitong gegründet. Derselbe Bericht beschreibt die Schnur der Familie Na und einen getrennten Stammbaum von 1895 unter den Museumsobjekten.

Diese Chronologie verortet die beiden Aufzeichnungen in einem öffentlichen Rahmen, ohne sie in eine allgemeine Liste mandschurischen Lebens zu verwandeln. Die Schnur war ein Haushaltsgegenstand, der Abstammung durch angefügte Teile markierte; der Stammbaum war eine in zwei Schriften festgehaltene Familienaufzeichnung. Ein Interview von 2022 mit der Genealogieforscherin He Xiaofang beschreibt materielle Schnüre und schriftliche Listen oder Bücher als verwandte Formen, die nebeneinander bestehen konnten. In Yitong bewahrt die Kreissammlung Beispiele für beides, jedes mit eigenem materiellen Umfang und familiärem Bezug.