Aus dem Journal

Tang Xianzu, Du Liniang und die Vier Träume von Linchuan

Du Liniang träumt von dem Gelehrten Liu Mengmei, stirbt aus Sehnsucht und kehrt ins Leben zurück. Die drei anderen Stücke erzählen von Liebe, Macht und Ehrgeiz.

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Ein Dramatiker aus Linchuan

Tang Xianzu (1550–1616) war ein Dramatiker, Dichter und Essayist der Ming-Zeit. Er wurde in Linchuan geboren, heute ein Stadtbezirk von Fuzhou in Jiangxi. 1583 bestand er die höchste Beamtenprüfung, bekleidete mehrere Ämter und wurde Kreisvorsteher von Suichang in Zhejiang. Nach einer kritischen Eingabe an den Hof im Jahr 1591 kehrte er 1598 in seine Heimat zurück. Dort ließ er seinen Rückzugsort Yumintang errichten und schrieb weiter. „Die Purpurne Haarnadel“, „Der Pfingstrosenpavillon“, „Der Traum vom südlichen Zweig“ und „Der Traum von Handan“ wurden später als Vier Träume von Linchuan zusammengefasst. Ihre Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit untersuchen menschliche Wünsche und gesellschaftliche Grenzen.

Du Liniang begegnet Liu Mengmei

Du Liniang, die Hauptfigur des Pfingstrosenpavillons, ist die Tochter des Präfekten Du Bao in der vorgestellten Welt der Südlichen Song-Zeit. Eine Unterrichtsstunde über das Gedicht „Fischadler“ aus dem Buch der Lieder weckt in ihr Gedanken über Liebe und Erwachsenwerden. Im Frühling führt ihre Dienerin Chunxiang sie in einen verwilderten Garten. Dort träumt Du von dem jungen Gelehrten Liu Mengmei. Nach dem Erwachen sucht sie ihn im Garten, findet aber niemanden. Ihre Sehnsucht wird zur Krankheit, und sie stirbt. Die Handlung setzt in einer imaginierten Vergangenheit ein und macht den Moment, in dem eine junge Frau ihre Gefühle entdeckt, zum Ausgangspunkt.

Holzschnitt aus einer Ausgabe von 1618 des Pfingstrosenpavillons: Zwei Figuren stehen unter einem Gartenpavillon.
Holzschnittillustration zu Huan hun ji, dem als Der Pfingstrosenpavillon bekannten Drama, in einer Ausgabe von 1618.

Vom Traum über den Tod zurück ins Leben

Drei Jahre später übernachtet Liu Mengmei auf dem Weg zu den Prüfungen in einem Kloster nahe Dus Grab. Dort findet er das Selbstporträt, das sie zu Lebzeiten gemalt hat, und ist von ihrem darin festgehaltenen Gesicht berührt. Das Bild wird zum Medium, durch das er die Frau aus seinem Traum erneut ansehen und ansprechen kann. Dus Geist erscheint ihm; ihre Verbindung überschreitet die Grenze zwischen Leben und Tod. Liu öffnet das Grab, Du kehrt ins Leben zurück, und beide heiraten. Ihr Vater erkennt weder ihre Rückkehr noch eine Ehe an, die sie selbst statt nach seiner Anordnung geschlossen hat. Du behauptet ihr Recht auf eigene Gefühle und Wahl; ihr Vater verteidigt die elterliche Macht, ihre Zukunft festzulegen. Der Streit gelangt an den Kaiserhof. Dort erscheint Du lebendig, und die Ehe wird anerkannt. Die wunderbare Rückkehr gibt einem menschlichen Wunsch Nachdruck: Die Gefühle und Entscheidungen einer jungen Frau sollen zählen.

Vier Träume, vier Sehnsüchte

Die drei anderen Stücke stellen andere Fragen. In „Die Purpurne Haarnadel“ lieben sich Huo Xiaoyu und Li Yi, doch ein mächtiger Würdenträger trennt sie; ein Fremder im gelben Gewand hilft, die Wahrheit aufzudecken. Im „Traum vom südlichen Zweig“ träumt Chunyu Fen, er heirate eine Prinzessin des Ameisenreichs Huai’an und regiere Nanke; beim Erwachen ist der ganze Erfolg verflogen. Im „Traum von Handan“ erlebt der arme Gelehrte Lu Sheng auf einem Zauberkissen Jahrzehnte voller Amt, Reichtum und Rückschläge. Er erwacht, während der Hirsebrei des Wirts noch kocht. Der Zyklus weitet sich von Liebe auf Rang und Macht. Linchuan ist Tang Xianzus Heimat und der Ort, an dem er nach seiner Rückkehr schrieb: der reale örtliche Ausgangspunkt der vier Stücke.

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  1. Holzschnittillustration zu Huan hun ji, dem als Der Pfingstrosenpavillon bekannten Drama, in einer Ausgabe von 1618.Unknown woodblock artist; 1618 edition of Huan hun ji, abridged by Zang Mouxun — Peony Pavillion - Huan hun ji woodblock.png / Public domain / Public Domain Mark 1.0 · Public domain / Public Domain Mark 1.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗ Proportional in WebP für Anzeige und Vorschaubild umgewandelt; ohne Beschnitt, Retusche oder Vergrößerung. Die Quelllizenz bleibt erhalten.