Zwei gemauerte Türme stehen über dem südlichen Rand Taiyuans, und sie sind schon von weit her die Silhouette der Stadt. Der Tempel, der sie trägt, ist der Doppelpagodentempel, eigentlich Yongzuo-Tempel, und beide Türme sind Ming-Arbeit: Die Ostpagode wurde 1597 gebaut, die Westpagode 1612, die Bauleitung hatte der Mönch Fodeng. Beide sind achteckig und dreizehn Geschosse hoch, das unterste Geschoss höher als die folgenden, und jedes obere Geschoss ein wenig kleiner als das darunter. Die englische Darstellung gibt für die Westpagode 54,78 Meter Höhe und 4,16 Meter Umfang im untersten Geschoss an, für die Ostpagode 53,3 Meter und 4,36 Meter; die chinesische nennt für beide Türme 54,76 Meter. Die Dächer sind glasiert – smaragdgrün in der englischen Darstellung, pfauenblau auf dem Westturm in der chinesischen.
Aus dem Journal
Zwei Ming-Pagoden über der Stadt
Die beiden Türme des Yongzuo-Tempels wurden für das Fengshui der Stadt gebaut und wurden ihr Zeichen; unter ihnen bewahren eine Galerie gesammelter Stelen und eine Halle ohne Balken die anderen Geschichten des Ortes.
In derselben Stadt · Taiyuan, Hauptstadt von Shanxi ↗Die beiden Türme von der Straße aus
Eine Halle gesammelter Abreibungen
Unter den Türmen bewahrt der Tempel eine Bibliothek in Stein. Etwa 260 Stelen stehen in seiner Galerie, viele davon aus Tempeln der Umgebung zusammengetragen, die inzwischen verschwunden sind, und darunter sind die Sammlung alter Inschriften Bao Xian Tang aus der Ming-Zeit, ihre Nachfolgerin aus der Qing-Zeit und eine nachgezeichnete Kopie eines Gedichts von Su Shi. Die Galerie verbindet den unteren und den oberen Hof und steigt in Kurven zwischen ihnen an. Daneben erhebt sich die balkenlose Halle zweigeschossig in Ziegel, unten eine Haupthalle des Buddha, oben eine Halle der Drei Heiligen; über dieser oberen Halle stufen sich die Kassetten der Holzdecke vom Quadrat über das Achteck zum Kreis. Der Grundriss des Tempels umfasst fünf Höfe, wobei der Hof der Türme um fünfundvierzig Grad zu den übrigen gedreht ist.
Warum dieser Hügel in der Stadt
Die Türme wurden gebaut, um Schwächen der Stadt auszugleichen. Die Ostpagode entstand als Fengshui-Pagode auf Anordnung zweier Provinzbeamter, um einer Stadt aufzuhelfen, deren literarisches Glück nie gedieh; deshalb hieß sie Wenfeng-Pagode. 1608 lud der Prinz von Jin Fodeng, damals Abt des Xiantong-Tempels auf dem Wutai-Shan, zum Ausbau des Tempels ein; bis 1612 waren die Westpagode – benannt nach dem Titel der Kaisermutter – und die balkenlose Halle fertig, und der Name wechselte zu Yongzuo, was immerwährendes Erbe bedeutet. Die Halle zwischen den beiden Türmen kam in der Qing-Zeit hinzu. 1985 wurden die Türme das Zeichen der Stadt, und unberührt sind sie nicht: Der Westturm wurde 1981–1984 repariert, der Ostturm, der 2,87 Meter aus der Mitte geneigt war, wurde 1995–1996 als moderne bautechnische Korrektur geradegerichtet und verstärkt.