Aus dem Journal

Acht Schalen und eine Geschichte der Gastlichkeit

Huanrens Erzählung von einem Acht-Schalen-Bankett macht einen ankommenden Gast und ein namenloses Essen zu einer örtlichen Geschichte über gute Gastgeber.

Ein Essen wartet auf seinen Namen

In der vom Kultur- und Tourismusamt Benxis veröffentlichten Namensgeschichte besucht Li Manzhu, ein Anführer der Jianzhou-Dschurdschen, Gastgeber der Familie Tong im Hunjiang-Gebiet um das heutige Huanren. Die Dschurdschen gehörten zu den Völkern, aus denen später die Mandschu hervorgingen. Auf den Rat eines älteren Menschen bereiten die Gastgeber acht Gerichte aus örtlichen Zutaten zu.

Der Gast ist beeindruckt und fragt, wie das Essen heißt. Einen feststehenden Namen hat es nicht. Die acht Gerichte in acht Schalen liefern die Antwort: ba zhong wan, die „acht mittelgroßen Schalen“. Die Geschichte gibt der Fürsorge der Gastgeber eine Form, die sich erinnern und wiederholen lässt.

Gastlichkeit als Anordnung

Die Darstellung verbindet diesen Namen mit der späteren Tradition der acht großen Schalen, ba da wan. Ihre Kraft liegt in der Begegnung: Jemand kommt an, ein Haushalt trägt zusammen, was die Region bietet, und eine Mahlzeit wird zur Geste der Wertschätzung.

Huanrens veröffentlichte Erzählung ist eine Ursprungslegende und kein überliefertes Rezept. Sie lässt Raum, das Bankett über seine Präsentation und seinen sozialen Zweck zu verstehen, ohne jedem heutigen Tisch dieselben acht Gerichte zuzuweisen. Die Schalen geben der Fülle eine Ordnung, und der Gast gibt dem Essen seinen Anlass.

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