Mogao liegt an der Ostseite des Mingsha-Berges, etwa 25 Kilometer südöstlich von Dunhuang. Die Dunhuang-Akademie beschreibt eine rund zwei Kilometer lange und 40 bis 50 Meter hohe Felswand aus Konglomerat, in dem Kiesel und Sand miteinander verfestigt sind. Das lockere Gestein eignet sich kaum für feine Steinmetzarbeiten. Deshalb formten die Handwerker Figuren aus Lehm, verputzten die Wände und bemalten sie. Die meisten dekorierten Höhlen liegen im südlichen Abschnitt; im Norden gibt es kleinere Räume, von denen einige als Wohn- oder Arbeitsräume dienten. An wenigen Eingängen sind noch hölzerne Vordächer zu sehen. Vom Weg aus wirkt die Felswand weniger wie ein einzelnes Monument als wie eine lange Reihe von Räumen in einem empfindlichen Hang.
Aus dem Journal
Eine Felswand aus Lehm und Farbe
In Mogao wurde eine Konglomeratfelswand über ein Jahrtausend zum Archiv buddhistischer Kunst. Höhle 17, die kleine Kammer neben dem Gang der Höhle 16, erzählt von einer Bibliothek, die hinter einer bemalten Wand verborgen lag.
In derselben Stadt · Jiuquan ↗Lehm auf einer Geröllwand
Ein Jahrtausend künstlerischer Arbeit
Eine Stele aus dem Jahr 698 überliefert die Erzählung, der Mönch Lezun habe 366 unter den Früheren Qin die erste Höhle begonnen. Die Akademie erwähnt auch ältere schriftliche Überlieferungen, die auf 353 oder das Ende der Westlichen Jin datiert werden. 366 ist somit ein durch eine Inschrift bezeugter Traditionsstrang, nicht das einzige überlieferte Datum. Die Arbeiten dauerten unter mehreren Dynastien bis in die Yuan-Zeit an. Die UNESCO zählt 492 erhaltene Höhlen, rund 45.000 Quadratmeter Wandmalerei und mehr als 2.000 bemalte Skulpturen; das Inventar der Dunhuang-Akademie beschreibt weitere Figuren und Einzelheiten. Hallenhöhlen lenken den Blick auf die Rückwand, während Gläubige in Zentralpfeilerhöhlen um den Pfeiler herumgehen können. Mogao wurde 1987 in die Welterbeliste aufgenommen.
Der Raum hinter Höhle 16
Höhle 17 öffnet sich in der Nordwand des Ganges von Höhle 16. Die Akademie deutet sie als spät-tangzeitliche Gedenkkammer für den Mönch Hongbian und beschreibt einen kleinen Raum mit Podest, sitzender Figur und gemalten Bäumen. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde der Eingang zugemauert und übermalt. Wang Yuanlu entdeckte die Kammer 1900 beim Entfernen von Sand. Sie enthielt Zehntausende Handschriften und Gegenstände in chinesischer und weiteren Sprachen, die über mehrere Jahrhunderte entstanden waren. Die Sammlung verbindet die Höhle mit Verwaltung, Religion, Reisen und alltäglichem Schreiben in Innerasien. Aus einer Gedenkkapelle wurde ein Depot; so blieb ein seltenes Papierarchiv hinter der bemalten Wand erhalten.
