Aus dem Journal

Der Fen-Fluss durchquert die Provinzhauptstadt

Der Fen gibt Taiyuan den Namen und die Wirtschaft: Der Artikel folgt dem Fluss von den nördlichen Bergen bis zu den Stauseen und dem Uferpark, die sein Wasser heute in der Stadt halten.

In derselben Stadt · Taiyuan, Hauptstadt von Shanxi ↗

Eine Stadt im Tal

Taiyuan ist eine Stadt mit einer Ebene als Boden und Bergen als Wänden. Ihr Name bedeutet „große Ebene“: Die beiden Schriftzeichen zeigen auf die Stelle, an der der Fen-Fluss die Berge verlässt und in eine verhältnismäßig flache Ebene tritt. Berge umschließen die Stadt an drei Seiten – Norden, Westen und Osten –, und ein offenes Fen-Tal füllt die Mitte und eine Ecke im Süden. Der Fluss läuft auf etwa hundert Kilometern von Norden nach Süden durch das ganze Stadtgebiet, rund ein Siebtel seiner Länge. Diese Lage war strategisch, lange bevor die Stadt Provinzhauptstadt war: Ihre erste ummauerte Stadt Jinyang wurde 497 v. Chr. gebaut, und der Staat Jin hielt seine Hauptstadt weiter flussabwärts, nahe dem heutigen Houma.

Der Fen und sein Hochwasserschutz

Der Fluss, der die Stadt formte, ist auch von ihr gezähmt worden. Der Fen entspringt im Guancen-Gebirge des Kreises Ningwu im Nordosten Shanxis, läuft nach Südosten in das Becken von Taiyuan und dann durch die Mitte der Provinz, bevor er nach Westen wendet und unterhalb von Hejin in den Gelben Fluss mündet; die englische Darstellung misst ihn mit 694 Kilometern, die chinesische mit etwa 710, und nach beiden Zahlen ist er der längste Fluss Shanxis. Dämme flussaufwärts reduzierten den Lauf auf ein Rinnsal und ließen das Bett trocken. Ab 1949 baute der Staat Stauseen am Fen und an Nebenflüssen wie dem Wenyu und dem Hui, sicherte damit das Industriewasser Taiyuans und erweiterte die Bewässerung in den Becken von Taiyuan und Linfen. Vor den 1950er Jahren trug das Tal 133.400 Hektar Überschwemmungsfläche und 66.700 Hektar salzhaltigen Boden; Staunässe gibt es heute fast nicht mehr.

Der Fluss in der Stadt von heute

Heute ist der Fen innerhalb Taiyuans weitgehend ein gemachter Wasserlauf. In den 1990er Jahren ließ die Stadtverwaltung an mehreren Stellen künstliche, wieder entfernbare Bauwerke quer durch den Fluss setzen, um Wasser für die Gestaltung zu halten; ihre Fläche beträgt 1,7 Millionen Quadratmeter, und mit 1,3 Millionen Quadratmetern neuer Pflanzung an den Ufern bilden sie den sechs Kilometer langen Fen-Fluss-Park, in dem Bäume und Sträucher in 183 Arten gezählt werden. Der größte Stausee, der Erste Fen-Fluss-Stausee, wurde 1960 gebaut: fünfzehn Kilometer lang, fünf breit, insgesamt 32 Quadratkilometer, mit einem Fassungsvermögen von 720 Millionen Kubikmetern. 2000 kam fünfzig Kilometer flussabwärts ein zweiter hinzu. Die Anordnung hat ihren Preis: Abwasser, das unterhalb der beiden Stauseen in das Flussbett eingeleitet wird, hat die Verschmutzung zu einem ernsten Problem gemacht.

Weiterentdecken · Fen-Fluss ↗