Auf dem Foto sitzen mehrere Musiker in gelben Gewändern nebeneinander und halten je einen Morin Khuur. Die Bögen streichen über die Saiten, während die linke Hand nahe am Hals die Töne formt. Das Foto entstand in Ulaanbaatar in der Mongolei, nicht in der Inneren Mongolei. Das Instrument hat einen hölzernen Hals, einen trapezförmigen Korpus und zwei Saiten; der Rosshaarbogen streicht von außen darüber. Obertöne und Vibrato folgen der flexiblen Linie des Gesangs, ohne einen festen Puls aufzuzwingen.
Aus dem Journal
Der Morin Khuur, ein Instrument mit Gesangsstimme
Der Morin Khuur begleitet Sänger oder erklingt solo: mit Volksliedern, epischen Melodien, Pferderhythmen und Instrumentalstücken.
Ein Streichinstrument für eine singende Linie
Fünf Wege durch das Repertoire
Viele traditionelle Stücke des Morin Khuur gingen aus Volksliedern hervor. Das nationale Kulturerbeverzeichnis teilt sie in fünf Gruppen: ursprüngliche Volkslieder, Melodien heroischer Epen, Rhythmen des Pferdeschritts, aus Liedern entwickelte Instrumentalstücke und ältere Han-Melodien. Manche bewahren eine Gesangslinie, andere erinnern an den Gang eines Pferdes oder erzählen ein Epos ohne Worte. Das Instrument erklingt solo oder begleitet Gesang bei Zeremonien, Hochzeiten und Familientreffen.
Schulen und Weitergabe
Das Verzeichnis nennt vier historische Spielschulen mit eigenen Stücken. Zugleich vermerkt es, dass es weniger Träger gibt und Teile des Repertoires verloren gingen. Lokale Stile bleiben lebendig, wenn Musiker die Stücke lernen und weitergeben. Morin-Khuur-Musik wurde 2006 für die Innere Mongolei in Chinas erste nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Mongoljin-Tradition in Fuxin, Liaoning, ist separat verzeichnet.