Nach den engen Fassaden einer Kanalstraße bietet der Nanhu-See dem Blick Raum. Ein niedriges Ufer, Bäume und ein Gebäude auf einer Insel teilen Wasser und Himmel. Nanhu ist der chinesische Name: nan bedeutet Süden, hu See. Der See gehört zum Erlebnis der Stadt Jiaxing und bietet einen anderen Maßstab als die Wasserstädte außerhalb. Viel Vorbereitung braucht es nicht. Seine erste Geschichte ist der einfache Wechsel vom Dach über dem Kopf zu einer weiten Fläche Tageslicht.
Jiaxing
Ein wenig Himmel über dem Nanhu-See
Offenes Wasser, ein Gartenpavillon und ein kurzer Einblick in die moderne Geschichte geben dem Nanhu seinen Platz in Jiaxing.
In derselben Stadt · Jiaxing ↗Wo sich der Blick weitet
Ein Name für wechselndes Wetter
Der Yanyu-Turm steht auf der zentralen Insel des Sees. Sein Name verweist auf Nebel und Regen, auf eine Sichtweise, die auch die Stimmung des Wassers wahrnimmt. Die Gartenanlage rahmt eine sonst offene Szene: Dächer, Bäume und Wasser lassen sich zusammen betrachten. Man muss nicht auf bestimmtes Wetter warten, um den Namen zu verstehen. Er erklärt, warum der See in Bildern und Texten der Region immer wiederkehrt und doch jedes Mal etwas anders wirkt.
Ein kurzer geschichtlicher Zusammenhang
Der See spielt auch in der modernen chinesischen Geschichte eine wichtige Rolle. Der letzte Teil des ersten Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas fand 1921 auf einem Boot hier statt; das heutige Rote Boot ist eine Gedenkreplik. Das erklärt die Gedenkstätten rund um den See. Bei einer ersten Begegnung mit Jiaxing kann dieser kurze Zusammenhang neben der Landschaft stehen: eine städtische Uferlinie, ein Pavillon zwischen Bäumen und eine Pause vor der Rückkehr in die Straßen.

