Sieben Terrassen sind nicht 1.177 Stufen Die Umrisse von Grab Jiangjun werden oft als abgestuft bezeichnet. Das archäologische Wörterbuch, aus dem die veröffentlichten Maße stammen, nennt jedoch zwei verschiedene Arten von Zahlen: sieben Terrassen und 1.177 große Steinblöcke. Laut Eintrag waren bei der Bestandsaufnahme noch 1.146 Blöcke vorhanden. Die Zahl 1.177 bezeichnet die Steineinheiten und nicht die Stufen. Wenn Form und Materialmenge auseinandergehalten werden, wird das Ausmaß des Denkmals klarer: Sieben Ebenen bestimmen sein Profil, mehr als tausend Einzelblöcke tragen es.

Ein Fundament, das Gewicht tragen sollte Laut Wörterbuch ist das Fundament mit kleinen Fluss- oder Bergsteinen gefüllt; darüber liegen große Fundamentsteine. Außerhalb des Sockels befindet sich ein drei bis vier Meter breites Band großer Flusssteine, das Erosion und Einsturz verhindern sollte. Außerdem beschreibt der Eintrag große Schutzsteine, die an die Seiten gesetzt wurden. Das Grab ist 13,07 Meter hoch; seine gegenwärtigen Seitenlängen liegen bei etwa 30 bis 31 Metern, während die rekonstruierte Grundfläche auf rund 32,3 Meter geschätzt wird.

Eine Kammer im Inneren der Steinmasse Derselbe Eintrag verortet die Grabkammer über der dritten Terrasse und gibt ihre Breite mit etwa 5,43 bis 5,50 Metern und ihre Höhe mit 5,10 Metern an. Den Eingang setzt er auf Höhe der fünften Terrasse; das Dach besteht aus parallel angeordneten Kragsteinlagen und einem großen Deckenstein. Die Kammer liegt damit innerhalb des Stufenbaus, ihr Eingang höher als der Boden. Lage, Dach und Zugang verbinden das Innere mit der nach oben ansteigenden äußeren Steinmasse, ohne eine spekulative Geschichte darüber zu benötigen, wie die Arbeiter die Steine bewegten.

Über die Steine wissen wir mehr als über die bestattete Person Die bauliche Beschreibung des Grabes steht fester als seine Zuordnung zu einem König. Das archäologische Wörterbuch dokumentiert verschiedene Deutungen, darunter eine verbreitete Identifizierung mit König Jangsu, stellt die Frage aber nicht als entschieden dar. „Grab Jiangjun“ ist ein stabiler Name für das Denkmal; daraus sollte keine Gewissheit über die dort bestattete Person abgeleitet werden. Ji’ans Denkmalschutzverordnung führt das Grab separat als geschütztes Objekt auf.

Stein, Steinbruch und Verwitterung Eine Konservierungsstudie von 2010 ergänzt eine materielle Dimension der Stätte. Die Forschenden untersuchten mit Röntgenbeugung Steinproben aus Grab Jiangjun und anderen Stätten in Ji’an, beschrieben Granit als wichtiges Baumaterial und dokumentierten Risse in den Blöcken von Jiangjun. Außerdem behandeln sie die unterschiedliche Verwitterung von Granit und Marmor in der weiteren Gräberlandschaft. Die Arbeit zitiert eine frühere Identifizierung der Lushui-Brücke, etwa 23 Kilometer nördlich von Ji’an, als Steinbruch aus der Koguryo-Zeit, der für den Bau von Städten und Gräbern genutzt worden sei. So wird Geologie Teil der Geschichte der gebauten Landschaft, ohne einen einzelnen Block von Jiangjun diesem Steinbruch zuzuordnen.