Aus dem Journal

Ein Epos, das auf seine Runde wartet

Dschangar ist eines der drei großen Epen Chinas und steht seit 2006 auf der nationalen Liste. Gesungen wird es weiter bei Naadam und auf einem Festival in Bajambulak, während seine UNESCO-Akte auf eine gemeinsame Bewerbung wartet.

Drei Epen, eines davon mündlich

Die Regionalverwaltung für Kultur stellt Dschangar neben das Gesar-Epos und Manas: die drei großen Heldenepen Chinas. 2006 kam es auf die nationale Liste des immateriellen Erbes. Die Form ist mündlich: Jahrhundertelang wurde es in der Steppe erzählt und gesungen, nicht aus einem Buch gelesen. Der Unterschied zählt. Eine gedruckte Ausgabe ist eine Aufzeichnung des Epos, nicht das Epos im Gebrauch. Die Tourismusbehörde beschreibt sein Thema als Ordnung und Gerechtigkeit und den Bau einer guten Heimat: ein Lebensprogramm in Versen.

Wo es noch gesungen wird

Bayingolin hielt im August 2018 sein erstes Dschangar-Fest in Bajambulak im Kreis Hejing ab, unter dem Motto „Verabredung mit dem Epos, Reise zum heiligen Land der Steppe“. Der Tourismusverband der Präfektur organisierte es mit dem Bajambulaker Dschangar-Haus. In Bortala nennt die Kulturbehörde ein Zentrum für Schutz und Weitergabe in Bole: 61,4 Mu Grund, 9,6 Millionen Yuan Investition. Dieselbe Antwort nennt den nationalen Träger Jiazhunai, dessen Repertoire in einem Staatsprojekt aufgezeichnet wird, und den Dschangar-Gesang bei den jährlichen Naadam beider Präfekturen. Zwei Enden einer Praxis: eine Bühne auf hoher Weide, ein Gebäude in der Präfekturstadt.

Eine gemeinsame Akte, keine Eintragung

Dschangar ist keine rein chinesische Praxis. Die Antwort von 2019 vermerkt, dass das Epos auch in der Inneren Mongolei sowie in Russland und der Mongolei verbreitet ist, und dass Xinjiang 2012 einem chinesisch-mongolischen Mechanismus zum gemeinsamen Schutz immateriellen Erbes beitrat, um eine gemeinsame Bewerbung voranzubringen. Sie nennt auch die Grenze: Der UNESCO-Zyklus dauert zwei Jahre, ein Land kann pro Zyklus einen Eintrag vorschlagen, und Chinas Kandidatenliste ist lang. Die Antwort beschreibt also eine Akte in Vorbereitung. Zwei Fakten sind getrennt zu halten. Dschangar steht seit 2006 auf Chinas nationaler Liste. Die internationale Eintragung ist ein Vorhaben mit Mechanismus und Warteschlange; eine Eintragung wird hier nicht behauptet.

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