2019–2020 zeigte das Palastmuseum „Palast des Sumeru, Langlebigkeit und Glück“ mit 280 Objekten in vier Themenbereichen. Laut einem Bericht der Kulturbehörde Tibets stammten 77 davon aus Tashilhunpo. Die Ausstellung verband religiöse Kunst des Klosters mit seiner Geschichte und Objekten, die aufeinanderfolgende Panchen Lamas betrafen. In Peking wurden diese Verbindungen durch Dinge aus zwei Sammlungen lesbar: dem Palastmuseum und dem Kloster in Shigatse. Die ersten drei Bereiche hießen „Vom Sumeru-Tempel zur Verbotenen Stadt“, „Kunst aus Tashilhunpo“ und „Relikte des Sechsten Panchen Lama“; der vierte präsentierte Kulturprodukte. Die Ausstellung lief von Dezember 2019 bis Februar 2020.
Aus dem Journal
Objekte und Verbindungen in Tashilhunpo
Eine Ausstellung des Palastmuseums von 2019 verfolgte Tashilhunpos Verbindungen anhand eines Panchen-Porträts, eines beschrifteten Yuan-Postpasses und des Austauschs mit dem Qing-Hof.
In derselben Stadt · Shigatse ↗
Ein Kloster durch 77 Objekte gesehen
Ein Thangka von Chöying Gyatso
Zu den Werken aus Tashilhunpo gehörte ein Thangka mit dem Vierten Panchen Lama. Der Bericht bezeichnet es als einzig erhaltenes Werk Chöying Gyatsos, des Gründers der Neuen Menri-Malschule. Diese Zuschreibung verleiht dem Porträt eine doppelte Bedeutung: Es zeigt einen wichtigen religiösen Führer und bewahrt zugleich die Hand eines namentlich bekannten Künstlers. Das Thangka verbindet eine Klostersammlung mit der Malereigeschichte und zeigt, wie ein Andachtsbild Zeugnis künstlerischer Praxis über Generationen hinweg trägt.
Ein goldener Pass im Yuan-Postsystem
Ein weiteres Objekt aus Tashilhunpo war ein goldener Yuan-Postpass. Der Bericht beschreibt ihn als höchsten Berechtigungsnachweis an Yuan-Poststationen und sagt, dass er mongolische Wörter in Phagpa-Schrift trägt. Seine Funktion war praktisch: Er signalisierte Befugnis in einem Relaisnetz, das Menschen und Nachrichten über weite Strecken bewegte. Die Schrift dokumentiert zugleich die Begegnung von Sprache und Verwaltung. In der Vitrine macht der kleine Pass ein großes Verkehrs- und Herrschaftsnetz durch ein einziges beschriftetes Objekt sichtbar.
Geschenke zwischen Kloster und Hof
Die Ausstellung vereinte außerdem Geschenke, die Panchen Lamas dem Qianlong-Kaiser überreichten, und Gegenstände, die der Kaiser den Panchen Lamas schenkte. Dieser Austausch verortet das Kloster in einer Geschichte formeller Beziehungen, die sich in materiellen Dingen ausdrückten. Porträt, Postpass und Hofgeschenk erzählen jeweils von künstlerischer Urheberschaft, Bewegung im imperialen Netzwerk und den Gesten einer politischen Beziehung. Zusammen zeigen sie, warum Tashilhunpos Sammlungen Verbindungen weit über die Klostermauern hinaus erhellen.
