Das Stadion begann als Teil des kommunalen Lebens in der Kolonialzeit. 1920 ließ der Stadtrat der britischen Konzession Tianjin es an der Chongqing Road 83 errichten. Beim Umbau von 1926 orientierte man sich an Stamford Bridge in London; Eric Liddell wirkte mit, damals Missionar in Tianjin. Liddell ist der Athlet, dessen Weigerung, an einem Sonntag zu laufen, zum Film Chariots of Fire wurde. Seine Anwesenheit auf der Baustelle verbindet ein Sportgelände in Nordchina mit einer weltweit erzählten Geschichte. Das umgebaute Stadion konnte auf Holztribünen fast 20.000 Menschen aufnehmen und umfasste ein Gelände von etwa 33.000 Quadratmetern.
Aus dem Journal
Nach dem Vorbild von Stamford Bridge
Ein Stadion von 1920, an dessen Bau Eric Liddell mitwirkte und das 2014 zum öffentlichen Platz wurde.
In derselben Stadt · Bezirk Heping ↗Ein englisches Stadion in Tianjin
Die dort ausgetragenen Wettkämpfe
Während des größten Teils des 20. Jahrhunderts war das Stadion der wichtigste Sportplatz der Stadt. Es wurde am 6. Oktober 1926 wiedereröffnet und war 1929 Austragungsort internationaler Leichtathletikwettkämpfe. Englischsprachige Quellen nennen 18.000 Zuschauerplätze und berichten, dass es bis zur Eröffnung des Teda-Fußballstadions 2004 die Heimspielstätte von Tianjin Teda war. 1943, am Ende der Konzessionszeit, wurde es in Zweites Städtisches Stadion Tianjin umbenannt. Ein Gelände, das vom Konzessionsrat an die Stadtregierung, dann an einen Fußballverein und schließlich in einen öffentlichen Platz überging, fasst knapp zusammen, wie sich Besitz und Zweck öffentlicher Räume in der Stadt wandelten.
Erdbeben und Platz
Nach dem Tangshan-Erdbeben von 1976 wurde das Stadion geschlossen und als Unterkunft für die Betroffenen genutzt. Von 1979 bis 1982 wurde es umfassend repariert. Zwei weitere Jahrzehnte diente es als Fußballplatz, dann änderte sich seine Funktion grundlegend: 2012 begann die Stadt mit dem Umbauprojekt; am 1. Mai 2014 öffnete der neugestaltete Minyuan-Platz als frei zugänglicher öffentlicher Raum. Die alten Tribünen und die Fassade blieben erhalten. So lebt die Form des Stadions im Platz weiter – ein sorgfältigerer Umgang als ein Abriss. Zugleich wurde das Gelände zum Ausgangspunkt für die touristische Entwicklung von Wudadao.

