Aus dem Journal

Eine Webwerkstatt im Dorf Caizhao

In Caizhao in der Stadt Milin unterrichtete die Lhoba-Weberin Yayi in einem Dorfzentrum. Später leitete Ya Daer eine Genossenschaft, in der mehr als zwanzig Frauen gemeinsam herstellten und verkauften.

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Eine Frau in Lhoba-Kleidung webt roten Stoff an einem horizontalen Webstuhl.
Eine Lhoba-Frau zeigt das Weben in einem Bericht des Kultur- und Tourismusamts des Autonomen Gebiets Xizang von 2018; Caizhao wird als Ort nicht genannt.

Ein Lernort am Webstuhl

2014 wurde in Caizhao ein Lehrzentrum für Lhoba-Textilien und Kleidung eröffnet. Laut einem Bericht der regionalen Kultur- und Tourismusbehörde stellte das Zentrum die Handwerkerin Yayi als Lehrerin ein und organisierte systematische Kurse für junge Frauen im Dorf. Die Werkstatt gab dem Unterricht einen lokalen Ort, an dem Lernende regelmäßig zusammenkommen und das Handwerk kennenlernen konnten.

Derselbe Bericht führt das Milin-Lhoba-Weben als regionales immaterielles Kulturerbe auf, eingetragen 2007. Ein weiterer Bericht der Stadtregierung Nyingchi aus dem Jahr 2021 beschreibt zusätzliche Kurse in Caizhao: Eine Erbin unterrichtete 18 Auszubildende einen Monat lang in der Kleidungherstellung, eine andere 11 Auszubildende 15 Tage lang im Weben. Die datierten Kurse zeigen, wie das Wissen über benannte Lehrende und Gruppen weitergegeben wurde.

Vom Lernen zur gemeinsamen Produktion

Einem späteren Bericht zufolge leitete die Handwerkerin Ya Daer im Oktober 2015 die Gründung eines traditionellen Lhoba-Handwerksunternehmens am Lehrzentrum von Caizhao. Mehr als zwanzig Frauen aus dem Dorf beteiligten sich am Lernen und an der Produktion. Die Gruppe entwickelte über zehn handgefertigte Produktarten und verkaufte mehr als hundert Stück über einen gemeinsamen Vertriebskanal. Damals habe jede Teilnehmerin mindestens 2.000 Yuan jährliches Bareinkommen erzielt, heißt es im Bericht.

Die Zahlen beziehen sich auf einen bestimmten Zeitraum, zeigen aber, wie das Zentrum Unterricht mit gemeinsamer Produktion und Verkauf verband. Webstuhl und Genossenschaft gehören zur selben Dorfgeschichte: Man lernte das Handwerk, fertigte gemeinsam Waren und erreichte Käufer über einen gemeinsamen Weg.

Handwerk, das im Stoff sichtbar wird

Ein regionaler Überblick zum Lhoba-Weben in Nyingchi nennt Baumwolle, Pflanzenfasern und Tierwolle als Materialien. Die Materialwahl hängt mit den sichtbaren Fasern, Mustern und Techniken im fertigen Gewebe zusammen. Die Berichte aus Caizhao verfolgen auch die Organisation des Handwerks: vom Lehrzentrum 2014 über Ausbildungsgruppen bis zum Dorfunternehmen im Folgejahr.

Yayi und Ya Daer erscheinen in unterschiedlichen Rollen — als Lehrerin und als Leiterin der Genossenschaft —, während Lernende und Herstellerinnen gemeinsam weiterarbeiteten. Unterricht, Webstühle und gemeinsamer Verkauf verankerten das Handwerk im konkreten Dorfleben.

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  1. Eine Lhoba-Frau zeigt das Weben in einem Bericht des Kultur- und Tourismusamts des Autonomen Gebiets Xizang von 2018; Caizhao wird als Ort nicht genannt.潘璐 (reporter/photographer, as credited in the source caption) · WLT current footer-linked website statement, page date 2026-07-31; non-commercial reuse with source/author attribution and intact meaning; specific copyright notices take precedence. Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗