Aus dem Journal

Körbe, Matten und Schnüre: Bambusarbeit der Lhoba

Die nationale Kommission für ethnische Angelegenheiten nennt verschiedene Bambuswaren der Lhoba; die regionale Liste von 2019 führt das Bambusflechten der Lhoba in Milin eigens auf.

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Drei Personen flechten im Freien lange Bambusstreifen in große, offene Korbformen.
Die Tourismusressourcen-Erhebung von Xizang nennt das Kultur- und Tourismusamt der Stadt Milin als Quelle dieses Fotos von Lhoba-Bambusflechtwerk; Dorf und Werkstatt bleiben ungenannt.

Ein Handwerk in der Kulturerbeliste

Eine Liste der Regierung des Autonomen Gebiets Tibet aus dem Jahr 2019 führt das „Bambusflechten der Lhoba in Milin“ als regionales immaterielles Kulturerbe. Der Name verankert das Handwerk in der öffentlichen Kulturerbedokumentation von Milin. Die nationale Kommission für ethnische Angelegenheiten beschreibt eine breitere Warenwelt: Aus Bambus wurden Körbe, Matten, Käfige, Schnüre, Schalen, Becken, Tabletts und Regenkleidung gefertigt; die Stücke seien praktisch und fein gearbeitet.

Die regionale Liste ordnet das Flechten Milin zu, während die nationale Darstellung die Vielfalt der Formen zeigt. Zusammengenommen wird aus dem abstrakten Handwerksnamen eine Welt von Gegenständen, die hergestellt, getragen und benutzt wurden.

Kurse für Kleidung bilden eine andere Überlieferung

Ein Bericht der Stadtregierung von Nyingchi aus dem Jahr 2021 dokumentiert eine Ausbildung in Lhoba-Kleidung. Eine Gruppe von 18 Lernenden studierte einen Monat lang bei einer regional anerkannten Erbin die Verarbeitung und Herstellung von Kleidung; weitere elf Personen lernten bei einer anderen Erbin 15 Tage lang das Weben von Lhoba-Kleidung. Die Kurse betreffen Kleidung und Textilien und damit ein anderes Materialhandwerk als das Bambusflechten.

Die Aufzeichnungen über Milin halten verschiedene Herstellungstraditionen fest. Der Kursbericht erzählt von der Vermittlung von Kleidung, die Kulturerbeliste nennt Bambusflechten. Zusammen gelesen zeigen die Quellen mehrere materielle Wissensformen, ohne ein Handwerk als Beleg für das andere zu behandeln.

Bambusflechten im Alltag

Die Liste der nationalen Kommission zeigt, wie eng das Flechten mit praktischen Bedürfnissen verbunden war. Körbe, Käfige und Tabletts dienten unterschiedlichen Zwecken; Matten, Schnüre und Regenkleidung erfüllten weitere Aufgaben. Der Bericht erwähnt außerdem, dass Bambuswaren zusammen mit anderen lokalen Erzeugnissen gegen Eisenwerkzeuge, Salz, Wolle, Kleidung, Getreide und Tee getauscht wurden. Bambusflechten war Teil des materiellen Alltags und nicht nur Zierkunst.

Der Eintrag von 2019 gibt diesem Handwerk einen lokalen Platz in Milin. Die Gegenstände lassen sich über ihren Gebrauch verstehen: Was wurde getragen oder aufbewahrt, und wie passte die Form zum Zweck? Die nationale Übersicht und die regionale Kulturerbeliste verbinden ein lokales Handwerk mit einer vielfältigen Welt von Bambuswaren des täglichen Lebens.

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