Aus dem Journal

Fünf Hallen, zwei steinerne Pferde und die erste Übersetzerlinie

Der Weißes-Pferd-Tempel wurde 68 n. Chr. gegründet, um die aus dem Westen heimgebrachten Schriften zu beherbergen. Sein Tor wurde in der Ming-Zeit erneuert, doch die Bogensteine tragen noch Handwerkernamen der Östlichen Han, und draußen stehen zwei steinerne Pferde aus der Song-Zeit.

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Das Tor und die Pferde

Der Zugang ist bewusst schlicht. Der Tempel nimmt ein rechteckiges Geviert von etwa vier Hektar ein, mit der Achse von Norden nach Süden, und vor dem Tor auf der Südseite stehen sich zwei steinerne Pferde aus der Song-Zeit gegenüber, etwa in der Größe echter Pferde, im Ausdruck sanft und zahm genannt. Das Tor selbst wurde in der Ming-Zeit erneuert und zeigt drei Bogen in einer Reihe, in buddhistischer Deutung das Tor der Befreiung. Unter dem Tor tragen einige Bogensteine noch die Namen der Handwerker, die sie schlugen, und die Beschreibungen der Stätte ordnen diese Inschriften der Östlichen Han zu. Innen laufen fünf Haupthallen auf der Mittelachse, die Seitenhallen spiegeln sich links und rechts; allein die Tianwang-Halle hat eine hölzerne Nische mit mehr als fünfzig vergoldeten Drachen ringsum.

Die Übersetzerlinie

Die Gründungsgeschichte erklärt den Namen. Die Überlieferungen erzählen, Kaiser Ming der Han habe 64 n. Chr. von einer hohen goldenen Gestalt geträumt, im Jahr 65 Gesandte nach Westen geschickt, und diese seien 67 mit Schriften und einem Bild des Buddha auf weißen Pferden zurückgekehrt – den Tieren, die dem Kloster den Namen gaben. – den Tieren, die dem Kloster den Namen gaben. Im Folgejahr 68 n. Chr. befahl der Kaiser, drei li nördlich des Yongmen-Tores an der kaiserlichen Straße westlich der Stadt ein Kloster zu bauen. Die beiden Mönche der Reise, Kasyapa Matanga und Dharmaratna, übersetzten hier das Sutra der zweiundvierzig Kapitel, das als die älteste erhaltene chinesische Übersetzung eines buddhistischen Textes gilt. Die Erzählung geht weiter: In den gut 150 Jahren nach 68 n. Chr. wurden im Kloster 192 Werke mit 395 Rollen übersetzt, weshalb es Chinas erstes Übersetzungshaus heißt.

Zwei Höfe aus dem letzten Jahrhundert

Zwei spätere Anbauten stehen neben der alten Achse und sagen etwas über die Stellung des Tempels. Der thailändische Hof begann, nachdem ein Laienstifter aus Bangkok 1992 zu Besuch gekommen war und einen vergoldeten Bronzebuddha von 7,2 Metern Höhe und acht Tonnen Gewicht gestiftet hatte; die Haupthalle war 1995 fertig, wurde ab 2010 umgebaut und erweitert, und die ganze Anlage wurde 2014 mit einer Weihefeier abgeschlossen. Der myanmarische Hof wurde 2012 angelegt und im Juni 2014 fertig, auf 7.020 Quadratmetern mit einer goldenen Pagode von 32,92 Metern Höhe nach dem Vorbild der Shwezigon in Bagan. Zwischen beiden liegt eine steinerne Reliquienkassette, die 2014 nach Luoyang kam, nachdem sie mehr als ein Jahrhundert in Bangkok gewesen war. Die alte Achse aus fünf Hallen bleibt das Rückgrat; die zwei Höfe schließen an ihre Westseite an.

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