Aus dem Journal

Vier Wege über den Lancang bei Liutongjiang

An einem Übergang in Deqin auf der alten Handelsroute zwischen Yunnan und Tibet markieren ein Bambusseil, eine Eisenkettenbrücke, eine Hängefußbrücke und eine moderne Straßenbrücke, wie Menschen und Waren den Lancang zu verschiedenen Zeiten überquerten.

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Der Flussübergang auf dem Weg nach Tibet

Liutongjiang liegt am Lancang im Marktflecken Foshan des Kreises Deqin. Ein Bericht von Shangri-La Online aus dem Jahr 2013 verfolgt die Route der Tee- und Pferdewege vom früheren Kreissitz Adunzi: Reisende überquerten auf einer 22 Kilometer langen Gebirgsstrecke den Zagongka, erreichten die Siedlungen am Fluss und setzten dann nach Liutongjiang über. Der Übergang war ein schmaler Engpass auf einer viel längeren Reise durch steiles Gelände.

Bevor es Brücken gab, nutzten die Dorfbewohner ein Seil aus Bambusstreifen. Reisende und Lasten wurden an einem verschiebbaren Holzstück gesichert und mit Muskelkraft und Schwung am Seil entlangbewegt. Der örtliche Bericht bezeichnet den Fluss bei starkem Regen als gefährlich und vermerkt, dass abgenutzte Bambusseile immer wieder ersetzt werden mussten. Die Überquerung hing davon ab, das Seil instand zu halten und es richtig zu bedienen. Der Flusskorridor war somit Weg und Teil täglicher Facharbeit zugleich.

Die Pudu-Brücke und eine zweite Fußgängerbrücke

Ein Beitrag von Shangri-La Online aus dem Jahr 2021 berichtet, dass der Händler Lai Yaocai aus Lijiang und Ma Zhucai, ein Gemeindevorsteher der tibetischen Bevölkerung in Zhongdian, den Bau der Pudu-Brücke 1948 unterstützten. Handwerker errichteten sie hauptsächlich aus Eisenketten und Holzbrettern. Die Brücke machte Handel und örtliche Wege verlässlicher, blieb aber ein hängendes Bauwerk über einem schnell fließenden Fluss.

1966 bauten Einheimische laut demselben Bericht mit Unterstützung der Regierung daneben eine einfachere Brücke aus Stahlseilen und Holzbrettern. Die beiden Bauten markieren aufeinanderfolgende Entscheidungen zu Material und Zugang: zunächst die technisch anspruchsvollere Kettenbrücke, danach eine leichtere, gemeinschaftlich errichtete Hängebrücke. Der Bericht erwähnt außerdem den älteren Lu Rong als einen der wenigen Dorfbewohner, die noch Bambusseile für die Fähre flechten konnten. Dieses Können verband die neuen Brücken mit dem Wissen, das sie allmählich verdrängten.

Eine Brückenlandschaft auf 800 Metern

Der Bericht von 2021 zählt auf etwa 800 Metern vier Arten von Flussübergang: das Bambusseil, eine einfache Kettenbrücke, die Fußgängerbrücke an Stahlseilen und eine moderne zweispurige Straßenbrücke. Er beschreibt sie als örtliches Zeugnis des Mobilitätswandels. Jede neue Konstruktion verringerte Zeitaufwand und Risiko der Überquerung und veränderte zugleich die Arbeit jener Menschen, die früher Seile herstellten und instand hielten.

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