In Xujiahui stehen Bücherregale und Kirchtürme in einem Viertel, das durch Begegnungen zwischen chinesischer und westlicher Bildung geprägt wurde. Die historische Bibliotheca entwickelte sich aus einer 1847 gegründeten Institution; in der Nähe wurde die St.-Ignatius-Kathedrale zu einem wichtigen Zentrum des katholischen Lebens. Ihre räumliche Nähe bildet ein eindrucksvolles Paar, doch ihre Architektur geht auf unterschiedliche Aufgaben zurück: Das eine Gebäude bewahrt und ordnet Texte, das andere versammelt eine Gemeinde zum Gottesdienst.
Diese Aufgaben zeigen sich in den Gebäuden selbst. Die Bibliothek richtet sich nach innen, auf Räume, Regale und Suchsysteme. Die Kathedrale öffnet sich zu einem hohen gemeinsamen Kirchenschiff; Grundriss und Schmuck lenken den Blick zum Altarraum. Gemeinsam erschließen sie Xujiahuis Kulturgeschichte durch zwei bauliche Formen: Die eine lässt sich an der Reichweite ihrer Bücherregale messen, die andere an der Höhe ihrer Turmspitzen.
