Aus dem Journal

Weißer und Roter Palast: Den Potala lesen

Auf dem Roten Berg in Lhasa verbindet der Potala Zeremonienräume, Wohnbereiche und religiöse Räume zu einer gestaffelten Anlage.

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Die weißen und roten Gebäude des Potala steigen über den Hang des Roten Berges auf.
Vom Tal aus machen die weißen und roten Baumassen die Gliederung des Potala sichtbar.

Ein Bauwerk mit einem Berg im Inneren

Vom Tal aus kann der Potala wie ein einziges riesiges Gebäude wirken. Bei genauerem Hinsehen werden weiße Mauern, dunkelrote Baukörper und kleinere Bauten sichtbar, die sich über den Roten Berg staffeln. Der Fels ist mehr als ein Sockel: Seine Form erklärt die Terrassen und auch, warum einzelne Teile je nach Blickpunkt erscheinen oder verschwinden.

Weißer Palast und Roter Palast sind zwei grundlegende Namen für den Einstieg. Sie bezeichnen miteinander verbundene Teile der Anlage. Breite helle Flächen, konzentrierte rote Baumassen und am Gipfel versammelte Dächer verleihen der vertrauten Silhouette ihren wechselnden Rhythmus.

Räume für unterschiedliche Formen von Autorität

Im Weißen Palast liegt der wichtigste Zeremoniensaal mit dem Thron des Dalai Lama. Seine privaten Räume und der Audienzsaal befinden sich auf der obersten Ebene. Diese Nutzungen geben dem Bau einen menschlichen Maßstab. Ankommen, Warten, formelle Versammlungen und privater Rückzug benötigen eigene Orte; ihre Anordnung verbindet verschiedene Tätigkeiten innerhalb einer gemeinsamen Institution.

Der Rote Palast erschließt die religiöse Dimension des Ensembles. Zusammen zeigen beide Teile die historische Nähe politischer und religiöser Autorität in Tibet. Für die UNESCO gehört diese Verbindung zum wesentlichen Wert der Stätte. Die Farbe macht die Unterscheidung einprägsam, doch erst Räume und Nutzungen geben ihr einen konkreten Inhalt.

Ein Innenraum aus vielen Materialien

Die Sammlungen des Palastes reichen weit über seine Mauern hinaus. Die UNESCO nennt Wandmalereien, bemalte Rollen, Skulpturen, Teppiche, Baldachine, Porzellan, Jade sowie Gold- und Silberobjekte. Solche Dinge gehörten zu bestimmten Zeremonien, Einrichtungen und Formen der Förderung. Sie prägen mit, wie ein Raum verstanden wurde.

Deshalb lohnt am Potala mehr als die Suche nach seiner bekanntesten Fassade. Außen wird ein Berg zu einem architektonischen Bild; innen bilden verschiedene Tätigkeiten und Materialien eine historische Welt. Die weißen und roten Bereiche eröffnen einen Zugang zu dieser Welt.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Vom Tal aus machen die weißen und roten Baumassen die Gliederung des Potala sichtbar.Ondřej Žváček · CC BY 2.5 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗