Die Geschichte des Wassers in der Altstadt beginnt außerhalb ihrer Gassen. Nach Darstellung der UNESCO speisen Flüsse und Quellen aus den Bergen nordwestlich der Ebene von Lijiang den Heilong-Teich, auch Teich des Schwarzen Drachen genannt. Von dort verzweigen sich die Wasserläufe zu einem Netz aus Kanälen und Rinnen. Diese Folge – Quelle am Berg, Teich, Verteilungswege – erklärt, wie sich die Siedlung um fließendes Wasser herum entwickeln konnte, statt Wasser nur als Randerscheinung zu behandeln.
Die Kanäle lassen sich auch im Maßstab eines Spaziergangs lesen. In Dayan treffen Hauptstraßen und kleinere Gassen auf Wasserläufe. Brücken verbinden die Ufer, während Häuser und öffentliche Räume zum Wasser hin ausgerichtet sind. So wird die Gewässerführung im Stadtplan sichtbar. Daraus folgt weder, dass jeder Kanal dieselbe Funktion hatte, noch, dass das historische Netz allein den heutigen Zustand jedes Wasserlaufs belegt.


