Die Bezeichnung „Altstadt von Lijiang“ lässt an ein einziges, kompaktes Viertel mit Gassen und Ladenfronten denken. Die Beschreibung des UNESCO-Gebiets ist weiter gefasst. Sie nennt drei Bestandteile: Dayan einschließlich des Heilong-Teichs, die Wohnsiedlung Baisha und die Wohnsiedlung Shuhe. Sie gehören zu einer geschützten Kulturlandschaft, sind dadurch aber weder austauschbar noch hinsichtlich Alter, Grundriss und Alltagsfunktion gleich.
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn das bekannte Bild von Lijiang beginnt oft in Dayan und endet dort. Baisha liegt nördlich davon; Shuhe bildet eine weitere Siedlung außerhalb des zentralen Orts. Die UNESCO beschreibt Baisha als ältere Wohnsiedlung um einen terrassierten Platz. Dayan entwickelte sich zu einem Handelszentrum. Zusammen dokumentieren die drei Orte unterschiedliche Abschnitte des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. So lässt sich ein über die Zeit entstandenes Siedlungsnetz erkunden und nicht nur ein eingefrorener Stadtplan.