Aus dem Journal

Jokhang: Holz, Stein und viele Traditionen

Nangkhor, Barkhor und Lingkhor verbinden den inneren Rundgang im Jokhang mit Potala, Ramoche und den Straßen von Lhasa.

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Vergoldete Ornamente ragen über die Dachlinie des Jokhang hinaus.
Dachornamente am Jokhang; das Bild zeigt das Dach, nicht die Innenhöfe des Tempels.

Ein Tempel in der Altstadt

Der Raum um den Jokhang wirkt anders als der weite Blick auf den Potala. Hier ist ein religiöses Zentrum von Straßen und alltäglichen Wegen umgeben. Der Tempel ist keine ferne Silhouette auf einem Grat, sondern der Bezugspunkt für das Verständnis der Altstadt. Höfe und Schwellen verändern den Maßstab zwischen Straße, Gebäude und Gegenständen im Inneren.

Der im 7. Jahrhundert gegründete Jokhang gehört zu einem frühen Kapitel der Etablierung des Buddhismus in Tibet. Der Komplex wurde im Lauf der Zeit wiederholt repariert und erweitert. Seine sichtbare Architektur trägt die Arbeit vieler Generationen.

Eine lokale Beschreibung unterscheidet drei Umrundungen des Jokhang. Der Nangkhor verläuft im Tempel um die zentrale Halle mit Shakyamuni; der Barkhor folgt der Außenmauer, von der Straßen nach außen führen; der größere Lingkhor schließt Potala, Yaowang-Hügel und Ramoche ein. Die Namen übertragen religiöse Wege in die Stadtgeografie und führen die Geschichte des Tempelhofs bis in die Straßen von Lhasa weiter.

Verbindungen in Materialien ausgedrückt

Die UNESCO beschreibt die Gebäude als Holz- und Steinkonstruktionen und als herausragende Beispiele tibetisch-buddhistischer Architektur mit Einflüssen aus China, Indien und Nepal. Diese Einflüsse eröffnen einen Zugang zur Geschichte der Kontakte. Das Bauwerk fasst sie zu einem eigenen religiösen und architektonischen Ort zusammen.

Holz und Mauerwerk sind gemeinsam zu betrachten. Ein geschnitztes oder bemaltes Holzelement gehört zu einer größeren Anordnung aus Mauern, Öffnungen und geschützten Räumen. Die von außen sichtbaren Dächer lassen die unterschiedlichen Innenräume darunter erahnen. Der visuelle Reichtum entsteht teilweise aus diesem Zusammenspiel, in dem Konstruktion, Oberfläche und religiöse Nutzung zusammentreffen.

Nahaufnahme eines vergoldeten Metallornaments am Jokhang.
Der Blick wechselt vom gesamten Bau zu einem kleinen metallischen Detail.

Objekte bleiben Teil eines religiösen Ortes

Vergoldete Details, Skulpturen und bemalte Flächen ziehen den Blick an, doch der Jokhang ist mehr als eine Sammlung attraktiver Objekte. Seine religiöse Bedeutung gibt diesen Formen ihren Rahmen. Ein Dachornament und ein Bild im Inneren einer Halle befinden sich an verschiedenen Orten des Komplexes und werden unterschiedlich wahrgenommen.

Der nahe Barkhor fügt einen anderen Maßstab hinzu: einen städtischen Rundweg um den Tempel statt eines architektonischen Raums in seinem Inneren. Die Beziehung zwischen Zentrum und Umgebung erklärt, warum der Jokhang für ganz Lhasa wichtig ist. Verschiedene Einflüsse sammeln sich an diesem Ort, während die Stadt sich weiter um ihn gruppiert.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Dachornamente am Jokhang; das Bild zeigt das Dach, nicht die Innenhöfe des Tempels.Jan Kranendonk ( https://www.jankranendonk.nl ) · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗
  2. Der Blick wechselt vom gesamten Bau zu einem kleinen metallischen Detail.Jan Kranendonk ( https://www.jankranendonk.nl ) · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗