Aus dem Journal

Eine Quelle im Schutz der Mingsha-Dünen

Südlich von Dunhuang liegt zwischen den Dünen ein sichelförmiger Teich. Wasser, Schilf und die wechselnde Uferlinie bilden eine kleine Oase in einem weit größeren Feld aus beweglichem Sand.

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Ein Teich zwischen den Dünen

Die Mondsichelquelle liegt etwa fünf Kilometer südlich von Dunhuang. Die offizielle Tourismusbeschreibung der Provinz Gansu nennt eine Länge von fast 100 Metern von Nord nach Süd, eine Breite von etwa 25 Metern und eine maximale Tiefe von ungefähr fünf Metern. Am Südufer wächst Schilf, im Wasser gedeihen Wasserpflanzen. Die Mingsha-Dünen ringsum reichen weit über den Teich hinaus; ihre Kämme rahmen die Quelle ein, deren geschwungene Uferlinie von oben am deutlichsten zu erkennen ist. Der Gegensatz ist unmittelbar: ein schmaler Streifen Wasser und Vegetation am Fuß eines breiten, trockenen Hangs.

Der Mondsichel-See und Gebäude zwischen den Dünen des Mingsha-Berges.
Der Mondsichel-See zwischen den Dünen des Mingsha-Berges

Namen, die Klang und Form bewahren

Die Landschaft trägt mehrere Namen aus verschiedenen Zeiten. Historische Berichte nennen die Düne in der Östlichen Han Shajiao-Berg; seit der Jin-Zeit ist Mingsha, „singender Sand“, gebräuchlich. Die Quelle hieß auch Sandbrunnen und Heilquelle, bevor sich Mondsichelquelle als vertrauter Name durchsetzte. Die Namen bewahren verschiedene Lesarten des Ortes: das Geräusch bewegten Sands unter den Füßen, eine verlässliche Wasserstelle und die mondähnliche Kurve des Teichs. In der lokalen Landschaftstradition stehen Quelle und singender Dünenkamm zusammen; Wind und Sand wurden so Teil der erinnerten Landschaft Dunhuangs.

Am Südrand der Oase

Die Quelle gehört zur südlichen Landschaft Dunhuangs und liegt nahe der Route zur Felswand von Mogao. Dunhuang wurde 1987 zu einer kreisfreien Stadt und untersteht Jiuquan. Die lange Geschichte der Oasensiedlung hing in einer ansonsten trockenen Region vom Wasser ab; die Mondsichelquelle macht diese Abhängigkeit im Kleinen sichtbar. Zum Verständnis des Ortes sollte man die ganze Senke betrachten: Teich, Schilf, Dünenhang und Kamm gehören zu einer Geländeform. Die nahegelegenen Höhlen erzählen von einer anderen Nutzung, denn sie wurden in eine Konglomeratfelswand gebaut und nicht um eine Quelle herum angelegt. Wasser und Schutz formten unterschiedliche Orte derselben Oase.

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Bildquellen und Bildrechte
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