Aus dem Journal

Das Pferdefest von Qiaqing in Nagqu: Tempo, Können und Begegnung auf der Weide

Beim Qiaqing-Pferdefest 2024 standen Rennen neben Musik, Tanz, Trachtenpräsentationen und Marktständen. Das Programm zeigt, wie ein heutiges Fest verschiedene Formen öffentlichen Lebens zusammenbringt.

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Eine Frau in roter traditioneller Kleidung und türkisfarbenem Schmuck zwischen den Festbesuchern.
Eine Teilnehmerin des Qiaqing-Pferdefests in Nagqu im Jahr 2009. Dieses Archivfoto entstand vor der hier beschriebenen Ausgabe von 2024.

Ein Fest rund ums Pferd

Im August 2024 wurde das Qiaqing-Pferdefest auf der Gesar-Rennbahn in Nagqu eröffnet. Das offizielle Programm verband Rennen und Reitvorführungen mit Auftritten von Gruppen aus den Kreisen, einer Präsentation traditioneller Kleidung, einem Konzert auf der Weide, dem Kreistanz Guozhuang und einem Markt für regionale Produkte. Diese Mischung ist entscheidend: Das Fest war nicht nur ein Wettbewerb zwischen Pferden, sondern auch ein Ort, an dem Menschen auftraten, zusahen, handelten und einander begegneten. Das Programm ändert sich von Jahr zu Jahr; beschrieben wird hier die Ausgabe von 2024. Sie ist ein Einblick in ein zeitgenössisches Fest, keine unveränderliche Liste von Bräuchen.

Das lange Rennen

Ein Bericht von Xinhua über die Veranstaltung 2024 begleitet das traditionelle Rennen über zehn Kilometer. Nach der Kontrolle stellten sich die Reiter auf und ritten los; Zuschauer feuerten sie an, während bunte Gebetsfahnen im Wind flatterten. Einige Jockeys waren noch Teenager. Ein vom Bericht interviewter Reiter sagte, er habe mit sechs Jahren angefangen zu reiten. Das zeigt, dass manche junge Teilnehmer früh mit Pferden vertraut werden, ohne für alle denselben Lebensweg zu behaupten. Laut Bericht nahmen am gesamten Programm mehr als tausend Pferde teil. Auf der langen Strecke wird Ausdauer sichtbar: Das Rennen führt über einen ausgedehnten Kurs statt über eine kurze Runde in einem Ring.

Pferd und Reiter

Der Bericht richtet den Blick auch auf die Fürsorge für die Tiere. Pferde trugen bunte Stoffe, ihre Mähnen und Schweife waren geflochten; manche jungen Reiter stiegen in Socken in den Sattel, damit ihre Schuhe das Pferd nicht verletzten. Nach einem Rennen führte ein Besitzer ein erschöpftes Pferd an den Tribünen vorbei. Menschen boten Khatas dar und gossen Wasser über seine Beine, damit es sich erholen konnte. Das sind beobachtete Momente bei einer Veranstaltung, keine allgemeingültigen Regeln der Pferdepflege. Sie zeigen, dass die öffentliche Begeisterung auf genauer Aufmerksamkeit für einzelne Tiere und auf dem Wissen ihrer Betreuer beruht. Ein Siegerpferd kann zum gemeinsamen Stolz werden; zugleich macht das Rennen die Arbeit vor und nach dem Wettkampf sichtbar.

Eine Tradition in der Gegenwart

Der offizielle Bericht zur Ausgabe 2025 bietet einen späteren Vergleich: Auch er hält ein traditionelles Zehn-Kilometer-Rennen, viele Teilnehmende und weitere öffentliche Veranstaltungen fest, während der Bericht von 2024 sein eigenes Programm beschreibt. Zusammengenommen zeigen beide Texte Kontinuität im Wandel. Pferderennen bleiben zentral, doch das Umfeld kann zeitgenössische Aufführungen, Handel und Medien einbeziehen. Der Name Qiaqing bedeutet also nicht, dass jedes Jahr gleich aussieht. Er bezeichnet ein wiederkehrendes Treffen, dessen Einzelheiten neu organisiert werden. Die Rennbahn wird in Nagqu vorübergehend zum Begegnungsort: Geübtes Reiten, die familiäre Verbundenheit mit Pferden und die moderne Form eines öffentlichen Festes werden zugleich sichtbar.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Eine Teilnehmerin des Qiaqing-Pferdefests in Nagqu im Jahr 2009. Dieses Archivfoto entstand vor der hier beschriebenen Ausgabe von 2024.Antoine Taveneaux · Rechteinformationen Quelle des Fotos ↗