Der Palast gehörte zu einem von Japan gestützten Regime Puyis Wohnsitz in Changchun wurde zum Regierungssitz Mandschukuos, eines von Japan gestützten Marionettenstaats, und war keine Fortsetzung des Qing-Hofes. Die Lokalchronik von Jilin unterscheidet zwei Titel und Daten: 1932 wurde Puyi zum Regierungschef des Regimes, 1934 nahm er den Kaisertitel an. Der Komplex war somit sowohl Verwaltungssitz als auch Residenz des Herrschers innerhalb eines politischen Systems der Besatzungszeit.

Im Gebäude Qinmin zog die Staatsverwaltung in ein früheres Salzamt ein Das Gebäude Qinmin war ursprünglich ein Amt des Salztransportbüros Jilin-Heilongjiang. Die Ortschronik beschreibt ein zweistöckiges quadratisches Gebäude um einen umschlossenen Innenhof. Ab 1932 fanden dort für Puyis Hof Verwaltungsgeschäfte, Zeremonien, Empfänge, Bankette und religiöse Rituale statt. Die Räume dienten nicht nur einem privaten Haushalt: Beamte wickelten dort Amtsgeschäfte ab, und formelle Anlässe machten denselben institutionellen Rahmen zur Bühne der Herrschaft.

Der Grundriss verband Verwaltung mit öffentlichem Zeremoniell Der Innenhof von Qinmin vereinte Büros und Zeremonienräume in einem umschlossenen Komplex. Die Lokalchronik verzeichnet Amtsgeschäfte neben Audienzen, Banketten und Ritualen. Puyi nahm 1934 den Kaisertitel an; Qinmins dokumentierte Funktion bestand in der täglichen Arbeit des Hofes und seiner formellen Selbstdarstellung, während das Regime unter japanischer Kontrolle blieb. Hier fanden Büroarbeit und Zeremonien auf demselben Gelände statt, sodass das Gebäude zugleich der Verwaltung und der politischen Inszenierung diente.

Wohnräume und Säle mit mehreren Funktionen prägten das Hofleben Die Zusammenfassung der Museumsverwaltung weist den Hauptgebäuden des Palastes unterschiedliche Funktionen zu. Jixi diente Puyi als Wohnbereich; Qinmin erfüllte Amts- und Zeremonialfunktionen; in der Tongde-Halle verbanden sich politische Aktivitäten, Wohnen und Freizeit. Der Alltag des Haushalts, Amtsgeschäfte und Empfänge verteilten sich auf getrennte, aber miteinander verbundene Gebäude. Diese Anordnung verknüpfte das Privatleben des Herrschers mit den öffentlichen Aufgaben, die das Regime von seinem Hof erwartete.

Heute wird der Komplex durch ein Museum erschlossen Der ehemalige Palast beherbergt heute das Museum des Kaiserpalasts von Mandschukuo. Als Museum gibt er Besucherinnen und Besuchern einen Zugang, die Gebäude als Zeugnisse des Marionettenregimes und seines geplanten Hofes zu lesen. Die Architektur steht nicht außerhalb dieser Geschichte: Das Salzamt, der Verwaltungshof Qinmin und die Gebäude mit gemischten Funktionen zeigen, wie ein bestehender Ort auf die staatlichen Institutionen ausgerichtet wurde.