Aus dem Journal

Pumi-Gemeinschaften in Weixi: Sprache, Ort und Zugehörigkeit

Pumi-Familien leben im Autonomen Lisu-Kreis Weixi. Der Name des multiethnischen Kreises kann die unterschiedlichen Gemeinschaften verdecken, die seine Täler teilen. Dorfaufzeichnungen und Sprachprofile zeigen, warum Pumi-Zugehörigkeit örtlich und nicht als einheitliche Tradition verstanden werden sollte.

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Pumi im Autonomen Lisu-Kreis

Der Autonome Lisu-Kreis Weixi ist eine von drei Verwaltungseinheiten auf Kreisebene in der Autonomen Tibetischen Präfektur Diqing. Im amtlichen Statistikbericht von 2024 wurden dort 1.921 Pumi gezählt, also 1,4 Prozent der registrierten Kreisbevölkerung. Die Zahl ist bedeutsam, weil der Kreisname und seine größte ethnische Gemeinschaft nicht alle dort lebenden Menschen beschreiben. Die Pumi sind Teil einer größeren sozialen Landschaft, zu der auch Lisu, Naxi, Tibeter, Bai, Yi, Han und weitere Bewohner gehören.

Ein 2019 vom Volksgericht Weixi veröffentlichter Auszug aus dem Kreisarchiv verortet Pumi-Gemeinschaften vor allem in den Dörfern Tuozhi und Juxiang im Marktflecken Yongchun sowie im Dorf Jiejü im Marktflecken Pantiange. Die Bevölkerungszahl in diesem Profil stammt aus dem Jahr 2005 und ist nicht als aktuelle Angabe zu lesen. Der Wert des Profils liegt in seiner geografischen Genauigkeit: Es nennt Orte, an denen Pumi-Familien verzeichnet waren, statt sie als gleichmäßig über den Kreis verteilt darzustellen.

Kleidung von Pumi-Frauen in Museumssammlungen: im Yunnan-Nationalitätenmuseum in Kunming und im Museum der Minzu-Universität.
Kleidung von Pumi-Frauen in Museumssammlungen: im Yunnan-Nationalitätenmuseum in Kunming und im Museum der Minzu-Universität.

Eine Sprache, geprägt von regionalen Unterschieden

Die Staatliche Kommission für ethnische Angelegenheiten zählt Weixi zu den Gebieten, in denen Pumi-Gemeinschaften neben anderen ethnischen Gruppen leben. Sie unterscheidet außerdem nördliche und südliche Varianten des Pumi. Dem Profil zufolge gehört das in Yunnan gesprochene Pumi, auch in Weixi, zur südlichen Variante; Muli und Yanyuan in Sichuan werden der nördlichen zugerechnet. Die Kommission weist darauf hin, dass Unterschiede zwischen den Varianten Gespräche erschweren können und der Sprachgebrauch zwischen Gemeinschaften und Generationen variiert.

Diese regionale Unterscheidung widerspricht der Vorstellung einer unveränderlichen Pumi-Sprachgemeinschaft. Eine Sprachkarte folgt Familien- und Dorfnetzwerken über Kreis- und Provinzgrenzen hinweg. Die Sprecher teilen ihren Alltag zugleich mit Nachbarn, die andere Sprachen verwenden. Laut dem nationalen Profil nutzen jüngere Generationen im Alltag zunehmend Mandarin. Das ist eine allgemeine amtliche Beobachtung und keine Messung für jeden Haushalt in Weixi. Sie macht dennoch deutlich, dass Sprachweitergabe zum heutigen Gemeinschaftsleben gehört und nicht nur ein historisches Thema ist.

Namen, Register und veränderte Kreisgrenzen

Der Statistikbericht des Kreises hält fest, dass sich Weixis Verwaltungsgrenzen im September 2024 änderten, als die Marktflecken Yezhi und Badi an den Kreis Deqin übertragen wurden. Er weist darauf hin, dass die Bevölkerungsdaten die Grenzen nach dieser Anpassung verwenden. Die gemeldete Zahl der Pumi gehört somit zu einer bestimmten Verwaltungskarte und einem bestimmten Jahr. Ein direkter Vergleich mit dem Wert aus dem Kreisarchiv von 2005 wäre unzulässig, denn dieser bezieht sich auf eine frühere Kreisaufteilung.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Kleidung von Pumi-Frauen in Museumssammlungen: im Yunnan-Nationalitätenmuseum in Kunming und im Museum der Minzu-Universität.Daderot · 2011-08-13 02:13:46 · Public domain Quelle des Fotos ↗ Proportional verkleinert und in WebP umgewandelt, ohne Beschnitt oder Vergrößerung.