Aus dem Journal

Die beiden Schulen der ummauerten Stadt

Ein Tempel, begonnen 1436 im Haus eines Kommandeurs; 1734 kam neben der Präfekturschule eine Kreisschule hinzu.

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Ein gestiftetes Haus

Die Geschichte des Tempels beginnt mit einem Haus, das sein Besitzer verschenkte. Der Bau begann 1436, im ersten Jahr der Zhengtong-Ära der Ming, als Zhu Sheng, Kommandeur der Garnison Tianjin, sein Wohnhaus als Schule stiftete. Die Dacheng-Halle wurde 1447 fertiggestellt. In einer Garnisonsstadt am Kanal war eine konfuzianische Schule kein Luxus: Sie ermöglichte den Söhnen von Offizieren und Händlern den Zugang zu den Beamtenprüfungen und später zum Staatsdienst. Die Quellen bezeichnen den Tempel als größte und am besten erhaltene historische Gebäudegruppe im Raum Tianjin. Er ist städtische Kulturstätte und historisches Gebäude der besonderen Schutzklasse.

Konfuzius-Tempel
Konfuzius-Tempel
Konfuzius-Tempel
Konfuzius-Tempel

Warum es zwei Schulen gibt

Die ungewöhnlichste Eigenheit des Tempelgeländes sind seine zwei Schulen. Tianjin wurde 1725 zur Präfektur und 1731 zu einer Fu-Verwaltungseinheit. 1734 kam neben der Präfekturschule eine Kreisschule hinzu – so entstand die doppelte Anlage. Sie folgt genau der Verwaltungsgeschichte: Als der Rang der Stadt stieg, wurde auch das Bildungsangebot angepasst. Die ältere Präfekturschule wurde nicht abgeschafft, sondern durch eine zweite Einrichtung für die Prüflinge des Kreises ergänzt. Von Süden nach Norden führt der Weg durch die Wanren-Palastmauer, den Panchi-Teich, das Lingxing-Tor und das Dacheng-Tor zur Dacheng-Halle, zum Chongsheng-Schrein und zu den östlichen und westlichen Seitenhallen.

Ein Museum mit Musik

1954 wurde der Tempel in die erste Liste städtischer Kulturstätten aufgenommen – früh genug, dass die Unterschutzstellung selbst heute zu seiner Geschichte gehört. Inzwischen beherbergt er das Museum des Konfuziustempels Tianjin mit einer restaurierten Dacheng-Halle der Präfektur und einer Ausstellung zum Leben des Konfuzius. In unregelmäßigen Abständen finden Aufführungen alter konfuzianischer Musik statt. Diese Verbindung ist bemerkenswert: Ein Gebäude, das einst Prüflinge auf die Beamtenexamina vorbereitete, erläutert heute die Philosophie, die dort geprüft wurde, und spielt die Ritualmusik, die Opferzeremonien begleitete. Die Schule ist zum Gegenstand geworden, nicht mehr zum Schauplatz.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Konfuzius-Tempelermell / CC BY-SA 3.0 · CC BY-SA 3.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗
  2. Konfuzius-Tempelermell / CC BY-SA 3.0 · CC BY-SA 3.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗