Aus dem Journal

Wenn ein Dorf Teil eines Museums ist

Das Ökomuseum Sanjiang Dong verbindet ein Informationszentrum mit Dörfern entlang des Miaojiang.

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Rosa Blüten rahmen Trommeltürme und Holzhäuser mit Ziegeldächern ein.
Das Dorf Gaoding im Gebiet Dudong in Sanjiang, mit Trommeltürmen zwischen den Wohnhäusern.

Ein Zentrum und ein Netz von Dörfern

Ein institutionelles Museumsverzeichnis aus dem Jahr 2022 beschreibt das Ökomuseum Sanjiang Dong über die Verbindung eines Informationszentrums mit einem Dorfnetz entlang des Miaojiang. Historische Feldforschung verortet dieses Netz im Gebiet Dudong, getrennt vom bekannten Brücken- und Dorfverbund von Chengyang.

Das Thema des Museums reicht über ein Ausstellungsgebäude hinaus. Häuser, Werkzeuge, Textilien und das Wissen ihrer Nutzer gehören zu einer größeren bewohnten Umgebung. Das Zentrum bündelt Informationen; die Dörfer verankern sie in Orten und bei Menschen.

Holzhäuser und Ziegeldächer bedecken die Hänge eines Bergdorfs.
Das Dorf Gaoding im Gebiet Dudong in Sanjiang, mit Trommeltürmen zwischen den Wohnhäusern.

Dinge in einer bewohnten Landschaft

Ein Forschungsbericht des National Museum of Ethnology in Japan dokumentiert 2004 den Museums-Dorf-Ansatz des Sanjiang-Projekts. Er beschreibt das Kreismuseum als Ausstellungs- und Informationszentrum, das mit Dörfern entlang des Miaojiang verbunden ist. Der Bericht hält den damaligen Aufbau des Projekts fest.

Eine Sammlung bringt Dinge zum direkten Vergleich zusammen. Im Dorf bleiben dieselben Arten von Gegenständen mit Arbeit, Gebäuden und Landschaft verbunden. Ein Textil hat eine Herstellerin oder einen Hersteller und einen Gebrauch; ein Werkzeug gehört zu einer Folge von Tätigkeiten. Der Museums-Dorf-Ansatz nimmt diese Beziehungen zusammen mit den Gegenständen selbst in den Blick.

Mehrstöckige Trommeltürme ragen zwischen dicht stehenden hölzernen Dorfhäusern auf.
Das Dorf Gaoding im Gebiet Dudong in Sanjiang, mit Trommeltürmen zwischen den Wohnhäusern.

Bewohner hinter der Kamera

In einem offiziellen Interview beschrieb der Direktor des Museums der Nationalitäten von Guangxi Fotogruppen in Dörfern, die zum regionalen Ökomuseumsprogramm gehören. Die Bewohner nutzten Kameras, um ihr eigenes Leben zu dokumentieren.

So erhalten die Menschen vor Ort eine Rolle bei der Entscheidung, was festgehalten wird. Das Bild eines Besuchers und die Aufnahme eines Bewohners können dasselbe Gebäude zeigen und doch unterschiedliche Anlässe und Anliegen bewahren. Die Bilder werden damit selbst Teil des Museumsthemas: vom Alltag erzählt durch die Menschen, die ihn erleben.

Eine Brücke wird zum Lernort

Am 13. Juni 2025 veranstalteten das Ökomuseum Sanjiang Dong und das Kreismuseum eine Einführung ins Batiken auf der Wind-und-Regen-Brücke im Dorf Batuan, Dudong. Ein Bericht der Guangxi Nationalities News hält fest, dass mehr als zwanzig Frauen aus dem Dorf von der Fachkraft Yang Yujie lernten.

Die Brücke bot Raum für eine Lehrperson, Lernende und den Umgang mit Stoff und Färbemitteln. Ihr überdachter Bereich ermöglichte eine Tätigkeit und bewahrte zugleich eine architektonische Form. Bei diesem Treffen nahm die Verbindung von Museum und Dorf greifbare Gestalt an: Wissen wurde zwischen Menschen in einem Bauwerk weitergegeben, das bereits zu ihrer Umgebung gehörte.

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Bildquellen und Bildrechte
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