Aus dem Journal

Fast hundert Dokumente

2021 eröffnete das Kulturamt im Dorf Nossa Senhora die Ausstellung „Ort der Hoffnung“ über frühere Einrichtungen für Menschen mit Hansen-Krankheit in Macau.

Frühere Wohngebäude im Dorf Nossa Senhora in Ká-Hó.
Frühere Wohngebäude im Dorf Nossa Senhora in Ká-Hó.

Fast hundert Dokumente in der Ausstellung

2021 eröffnete das Kulturamt im Dorf Nossa Senhora die Ausstellung „Ort der Hoffnung“ über frühere Einrichtungen Macaus für Menschen mit Hansen-Krankheit. Sie vereinte fast hundert ausgewählte Dokumente und dazugehörige Materialien aus dem Macao-Archiv. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung medizinischer Einrichtungen. Anhand von Dokumenten zeichnete die Ausstellung nach, wie sich die Versorgung von Menschen mit Hansen-Krankheit in Macau veränderte.

In Ká-Hó war die Ausstellung im früheren Aktivitätszentrum und in einem angrenzenden kleinen Haus untergebracht. Eine getrennte, zeitlich begrenzte Präsentation war außerdem bis Mai 2022 im Macao-Archiv zu sehen. Die beiden Orte gaben derselben Geschichte unterschiedliche Kontexte: einmal innerhalb der früheren Siedlung, einmal im Archiv der Stadt.

Ein erhaltener Raum mit einfacher Einrichtung in der früheren Siedlung Ká-Hó.
Ein erhaltener Raum mit einfacher Einrichtung in der früheren Siedlung Ká-Hó.
Ein Gebäude der früheren Siedlung Ká-Hó in unrestauriertem Zustand.
Ein Gebäude der früheren Siedlung Ká-Hó in unrestauriertem Zustand.

Eine institutionelle Geschichte, nach Orten geordnet

Die Ausstellung verfolgte den Wandel der Einrichtung anhand ihrer Gebäude. Die Siedlung begann 1885 mit ein oder zwei Backsteinhäusern, wurde in den 1930er-Jahren um fünf Wohnhäuser und eine Kapelle erweitert und erhielt 1966 eine neue Kirche. Die alte Kapelle wurde zum Freizeitraum. 1992 wandelte man einen Frauenschlafsaal in ein Altenheim für genesene Bewohner um; damit endete die medizinische Funktion des Geländes.

Dokumente und ergänzende Materialien machten diese Chronologie zu mehr als einer Folge von Jahreszahlen. Jede Veränderung war mit einem tatsächlichen Gebäude und einer wechselnden Nutzung verbunden: Wohnen, Gottesdienst, Freizeit oder Altenpflege. Die Archivausstellung bezog so die bauliche Umgebung der früheren Siedlung in die historische Erzählung ein.

Frühere Wohngebäude im Dorf Nossa Senhora in Ká-Hó.
Frühere Wohngebäude im Dorf Nossa Senhora in Ká-Hó.

Restaurierung und das Leben der Dokumente

Die Gebäude standen leer und verfielen, bevor das Kulturamt 2016 mit einer schrittweisen Restaurierung begann. Teile des Dorfes Nossa Senhora öffneten 2019 wieder. Zwei Jahre später verband die Ausstellung die instand gesetzten Gebäude mit Archivmaterial über die Menschen und Einrichtungen, die dort gelebt und gearbeitet hatten.

Fast hundert Dokumente können nicht die Erfahrung jedes einzelnen Bewohners vertreten, bieten Forschenden und Besuchern aber einen ersten Quellenbestand. Die Ausstellung stellte die Geschichte der medizinischen Versorgung und Fürsorge in eine konkrete Siedlung auf Coloane. Am stärksten ist das Archiv von Ká-Hó, wenn man es zusammen mit den Häusern, der Kapelle und den späteren Pflegegebäuden liest, die weiterhin von den wechselnden Aufgaben des Dorfes zeugen.

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Bildquellen und Bildrechte
  1. Yumeto / CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗
  2. Ein erhaltener Raum mit einfacher Einrichtung in der früheren Siedlung Ká-Hó.LN9267 / CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗
  3. Ein Gebäude der früheren Siedlung Ká-Hó in unrestauriertem Zustand.yuen yan / CC BY-SA 2.0 · CC BY-SA 2.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗
  4. Frühere Wohngebäude im Dorf Nossa Senhora in Ká-Hó.LN9267 / CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗