Aus dem Journal

Karuo: Ein Dorf aus Erde und Funden

Hausreste, Knochenwerkzeuge, Hirse und ein bemerkenswertes Doppelgefäß zeigen die neolithische Siedlung Karuo auf verschiedenen Maßstäben.

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Ein Dorf tritt in die archäologische Überlieferung ein

Karuo am oberen Lancang nahe Chamdo gelangte nach einem Fund bei Bauarbeiten 1977 in die archäologische Überlieferung. 1978 und 1979 folgten Ausgrabungen; spätere Arbeiten setzten die Untersuchung fort. Bei der neolithischen Siedlung sind die Spuren der Häuser ebenso wichtig wie die darin gefundenen Gegenstände.

Das Nationalmuseum Chinas datiert die Karuo-Kultur ungefähr auf 3300 bis 2100 v. Chr. Dieser Zeitraum bildet einen regionalen archäologischen Rahmen, nicht die Datierung jedes einzelnen Fundes. Stein, Knochen, Keramik und Pflanzenreste eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den Menschen im Tal.

Kleine Werkzeuge zeigen verschiedene Tätigkeiten

Die Sammlung des Museums umfasst Abschläge, Mikroklingen und geschliffene Steingeräte sowie sorgfältig bearbeitete Knochennadeln und Ahlen. Die Unterschiede betreffen Material und Handlung: Schneide und feine Spitze eignen sich für unterschiedliche Aufgaben; jedes Objekt erforderte eigene Arbeitsschritte.

Verkohlte Hirse ist eine weitere Spur. Sie bringt Ernährung und Anbau in eine Überlieferung ein, die sonst von langlebigen Werkzeugen geprägt scheint. Hausreste geben diesen Tätigkeiten einen räumlichen Rahmen des sesshaften Lebens. Zusammen zeigen Gebäude, Materialien und Lebensunterhalt eine Gemeinschaft statt nur eines spektakulären Fundes.

Ein Gefäß wirft weitere Fragen auf

Das berühmte Doppelgefäß verdient einen genaueren Blick. Ein Museumsbericht von 2025 beschreibt zwei verbundene Körper mit eingeritzten Mustern, die rote und schwarze Pigmente füllen. Form und Dekor wirken zusammen: Erst entstehen die Rillen, anschließend hebt Farbe sie hervor.

Der Kurator He Xiaodong deutet Rauchspuren und Reparaturen als Hinweise auf wiederholte Nutzung. Eine zeremonielle Funktion wird als Interpretation der ungewöhnlichen Form und Arbeit vorgestellt. Das Original befindet sich im Tibet-Museum in Lhasa; laut Bericht von 2025 ist das Exemplar im Museum von Chamdo eine Replik. Fundstätte, Original und ausgestellte Kopie erzählen verwandte, aber unterschiedliche Teile der Geschichte Karuos.

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