Farbe hoch oben auf dem Dachfirst

Auf der Chen-Clan-Akademie erheben sich Keramikfiguren über die Dachlinie. Ihre plastischen Formen verleihen der Silhouette Farbe und Bewegung, sichtbar über einen ganzen Hof hinweg. Grauer Stuck bedeckt ebenfalls architektonische Flächen, entsteht aber anders: Das Material wird vor Ort um eine Unterkonstruktion modelliert und anschließend bemalt.

Beide Techniken gehören zu einem größeren Zusammenspiel aus Keramikskulptur, grauem Stuck, Ziegelrelief, Holz, Stein und Metall. Eine farbige Oberfläche allein verrät nicht, aus welchem Material ein Stück besteht. Lage, Textur und Verbindung zum Gebäude helfen, die Arbeit zu verstehen.

Eine Szene wird Teil der Wand

Grauer Stuck wird dort geformt, wo er dauerhaft an der Architektur bleibt. Träger und aufgetragene Schichten lassen eine Szene aus der Fläche hervortreten, bevor Farbe hinzukommt. Das Ziegelrelief nutzt ein anderes Material: Figuren oder Muster werden in die Wandfläche gearbeitet.

So besitzt das Gebäude mehrere Arten räumlicher Tiefe. Eine plastische Form ragt in den Hof hinein, eine Reliefoberfläche bleibt innerhalb der Kante einer Mauer oder Öffnung. Der Schmuck wird Teil der materiellen Schichten der Architektur.

Handwerk in der Nähe einer Tür

Neben einer Halle verändert sich der Maßstab. Schnitzereien an einer Trennwand oder Tür liegen viel näher am Blick als die Figuren auf dem Dachfirst. Auch Stein-, Ziegel- und Metallarbeiten gehören zu den Schwellen und tragenden Teilen des Komplexes.

Dach, Wand und Tür geben dem Handwerk jeweils einen anderen Ort: Dachfiguren treten gegen den Himmel hervor, ein Relief gehört zur Mauer, eine Trennwand steht dort, wo jemand zwischen Räumen hindurchgeht. Beim Weg durch die Anlage begegnet man immer wieder anderen Materialien und Techniken.