Aus dem Journal

Gongbo-Neujahr: das neue Jahr am Beginn des Winters

Das Gongbo-Neujahr am ersten Tag des zehnten tibetischen Monats verbindet einen regionalen Kalender mit Erzählungen vom Aufbruch, Festessen und gemeinsamen Vorbereitungen.

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Ein neues Jahr für die Gongbo-Region

Das Gongbo-Neujahr fällt auf den ersten Tag des zehnten tibetischen Monats. Regionale Quellen verorten die Feier im Bezirk Bayi, in Mainling und im Kreis Gongbo'gyamda in Nyingchi. Das Datum gibt dem Fest einen besonderen Platz im Jahreslauf: Es liegt vor dem anderen tibetischen Neujahr, das später im Kalenderjahr gefeiert wird. Es ist ein regionales Fest im östlichen Tibet und wird nicht in allen tibetischen Gemeinschaften gleich begangen.

Englische Quellen verwenden auch Gongbo Festival oder Kongpo Losar, unterschiedliche Umschriften des regionalen Namens. Übereinstimmend nennen die Berichte das Datum und das Zusammenkommen: Familien bereiten Speisen vor, tragen lokale Kleidung und begrüßen gemeinsam das neue Jahr.

Eine Erzählung vom Aufbruch aus der Heimat

Ein regionaler Tourismusbericht bewahrt eine Geschichte über den frühen Termin des Festes. Vor mehr als sieben Jahrhunderten habe ein Gongbo-Herrscher die Männer im Herbst zur Verteidigung des Gebiets gerufen. Sie wollten ihr Zuhause nicht verlassen, bevor sie das neue Jahr gefeiert hatten; deshalb verlegte der Herrscher das Fest auf den ersten Tag des zehnten tibetischen Monats. Nach dem gemeinsamen Essen zogen die Männer fort und schlugen die Angreifer zurück.

Dieselbe Seite erzählt eine weitere Variante: Menschen, die im September aufbrachen, bedauerten, den Gerstenwein, die Festgerichte und ein Feuer aus grünen Kiefernzweigen zu verpassen. Daraufhin habe die Gemeinschaft das Neujahr vorgezogen und der Aufbrechenden mit Opfergaben und einer Nachtwache gedacht. In den Erzählungen verbinden sich Abschied, die Pflicht zum Schutz der Heimat und der Wunsch, die Erinnerung an das Zuhause mitzunehmen.

Vorbereitungen für das Fest

Der Bericht beschreibt Vorbereitungen, die etwa eine Woche vor dem Fest beginnen: Haushalte legen Gerste und Schweinefleisch zurück, backen Kasai und sammeln Vorräte. Genannt werden Bräuche wie das Vertreiben von Unheil, Hunde zum Essen einzuladen, Wasser zu tragen, Jieda zu essen, eine Erntegottheit zu ehren, Pfeile mit Pfeifton zu schießen und Steine zu heben. Gesang und Tanz bringen die Menschen zusammen. Eine weitere städtische Tourismusveröffentlichung zeigt Gongbo-Kleidung und beschreibt Jieda als Speise aus Butter und Quark.

Ein Foto aus dem Jahr 2022 zeigt Menschen mit Chema, einer festlichen Getreidegabe. Es hält eine bestimmte öffentliche Feier fest; die Texte ergänzen die Vorbereitungen in den Haushalten und die Bräuche im Dorf. Kalender, Erzählungen, Essen und gemeinsames Handeln machen das Gongbo-Neujahr zu einer regionalen Art, das neue Jahr mit Familie, Gästen und Gemeinschaft zu begrüßen.

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