Aus dem Journal

Die Kirche von Cizhong: ein wandelnder Bezugspunkt im Tal

Die Kirche von Cizhong im Kreis Deqin dokumentiert innerhalb eines Dorfes eine Geschichte von Bau, Schulbetrieb, zeitweilig unterbrochenem Gottesdienst und Reparaturen.

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Eine Kirche im Dorf Cizhong

Die Kirche von Cizhong steht im gleichnamigen Dorf in der Gemeinde Yanmeng im Kreis Deqin, etwa 80 Kilometer vom Kreissitz entfernt. Das berichtet ein Kulturdenkmal-Beitrag, den Shangri-La Online 2024 veröffentlichte. Der Beitrag datiert den ersten Bau auf 1867 und einen Wiederaufbau auf 1907. Er bezeichnet das Gebäude als katholische Diözesankirche und hält fest, dass dort einst eine Schule und ein Kloster betrieben wurden. Diese Angaben verorten die Kirche in einer konkreten Ortsgeschichte, statt sie als freischwebendes Symbol westlicher Architektur zu behandeln.

Derselbe Bericht hält fest, dass ausländische Missionare nach der Gründung der Volksrepublik China abreisten, religiöse Aktivitäten eine Zeit lang pausierten und die Kirche 1984 wieder für die Gemeinde genutzt wurde.

Ein Gebäudekomplex, nicht nur eine Fassade

Der Denkmalbericht nennt neben der Hauptkirche einen Anbau, ein Tor, einen Keller, einen Missionarsfriedhof und einen Weinberg. Zusammen bilden sie einen Komplex, der mit Gottesdienst und weiteren institutionellen Aktivitäten verbunden war. Der Bericht beschreibt westliche Bauformen in Verbindung mit Han-, tibetischen, Naxi- und Bai-Einflüssen.

Ein historisches Gebäude kann die Institution überdauern, die es ursprünglich prägte. Seine weitere Nutzung und Erhaltung sind jedoch nicht selbstverständlich. Dem Bericht zufolge wurde die Kirche 1987 als Kulturdenkmal der Provinz Yunnan und 2006 als nationales bedeutendes Kulturdenkmal eingestuft. Diese Anerkennungen brachten öffentliche Erhaltungspflichten in die spätere Geschichte des Gebäudes ein – neben dem religiösen Leben, das laut örtlicher Quelle weiterging.

Reparatur gehört zur Geschichte

Der Bericht des Kreises Deqin zu Kulturdenkmälern von 2023 hält fest, dass die Reparatur der Hauptkirche in diesem Jahr abgeschlossen wurde. Ein Bericht der zuständigen Behörde aus dem Jahr 2024 sagt, das Vorhaben habe im Januar 2024 eine Abnahme durch vier Parteien und im April eine vorläufige Prüfung auf Präfekturebene bestanden. Gesondert wird erwähnt, dass im Mai 2024 ein Antrag zur Restaurierung der Wandmalereien und bemalten Flächen der Kirche zur Genehmigung eingereicht wurde. Die bauliche Reparatur und die Erhaltung der Malereien waren somit getrennte Projekte mit unterschiedlichen Zeitplänen.

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