Ein Regierungsbericht aus dem Jahr 2022 verortet das Dorf Midui am Fuß des Gletschers und schildert einen Besucher, der zu Pferd dorthin unterwegs ist. Jiang A Luobu hilft ihm beim Aufsteigen und führt ihn zum nicht weit entfernten Eis. Diese kleine Szene lenkt den Blick vom weißen Bergmassiv zurück ins Dorf. Midui ist nicht nur ein Gletscher im Tal, sondern auch ein Ort, an dem Bewohner Gäste empfangen, sie auf dem letzten Wegstück begleiten und mit der Landschaft vor ihrer Haustür ihren Lebensunterhalt verdienen.
Demselben Bericht zufolge beteiligten sich alle 58 Haushalte am Pferdeservice. Die Tiere wechselten sich ab; das Dorfkomitee verwaltete die Gebühren und verteilte die Einnahmen am Jahresende an die Bewohner. 2005 wurde die Dorfstraße an die Nationalstraße 318 angeschlossen. So rückte die zuvor ruhige Siedlung näher an die durchreisenden Gäste heran. Aus der Begegnung von Straße, Gletscher und Dorf entwickelte sich der gemeinsame Pferdedienst.

