Aus dem Journal

Der Teetisch mit Blick auf die Fischkäfige

In den schwimmenden Häusern von Xincun blickt ein Teetisch auf die Fischkäfige; Familien versorgen 42 Netze, kehren in alte Bootshäuser zurück und lehren Lieder, die einst von der Arbeit auf dem Wasser begleitet wurden.

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Das Dorf beginnt dort, wo das Ufer endet

In der Lagune von Xincun liegen Floßhäuser so dicht beieinander, dass Reihen entstehen; vom Land aus erreicht man sie dennoch nur mit dem Boot. Ein Bericht von Hainan Daily aus dem Jahr 2023 beschreibt motorisierte Boote, die die schmale Wasserstraße queren und deren Spritzwasser die Häuser trifft, während Menschen Fischkäfige sortieren. Motorengeräusch und Wasserströmung gehören zur alltäglichen Geografie des Dorfes: Auf eine Straße am Ufer folgen der Anleger und eine Passage zwischen den Häusern, deren nächster Halt das Floßhaus einer Familie oder eines Nachbarn sein kann. Der Beitrag des Quotidien du Peuple von 2026 verortet das Danjia-Dorf in Haiying, Haiyan und Haiou – drei Dörfern, deren Wasserflächen zusammen die schwimmende Siedlung tragen.

In einem Haus stand der Teetisch den Käfigen gegenüber

Als Hainan Daily das Floßhaus von Xing Yishi betrat, fand die Redaktion Räume, die sich in kleinen Höhenstufen anordneten. Der obere Holzraum diente als Wohn- und Schlafzimmer. Eine Stufe tiefer stand ein Teetisch mit Blick auf die Fischkäfige; Xings Familie bezeichnete ihn als Ort, um Gäste zu empfangen und miteinander zu reden. Daneben lag eine kleine Küche. Xing sagte, er habe das Floßhaus seiner Eltern übernommen und mit robustem Holz neu gebaut. Das Gerüst bestand aus geraden, dicken, wasserbeständigen Brettern, die Kammern bildeten, auf Schaumstoffschwimmern lagen und mit Draht oder starkem Nylonseil verbunden waren. Das Haus stand nicht auf einem Erduntergrund, sondern auf einem schwimmenden Rahmen, der Räume, Arbeit und Gespräche tragen musste.

Der Tag begann mit Futter für jeden Fischkäfig

Im September 2023 zogen Xing und seine Frau in 42 Käfigen Meerbrassen auf. Jeden Morgen bereiteten sie Futter zu und gingen Käfig für Käfig durch; wurde ein Netz schmutzig, holten sie es zum Reinigen aus dem Wasser. Dem Bericht von 2023 zufolge hatten sie im April Jungfische eingesetzt und rechneten von Dezember bis in den folgenden Mai mit der Ernte. Der Beitrag hält auch fest, wie sich Lebensweisen verbanden: Li Zhiming, der in einem Bootshaus aufgewachsen war, kehrte jahrelang zu seinem Floßhaus zurück, um alte Freunde zu besuchen. Das Wasser des Dorfes ist zugleich Arbeitsplatz, Adresse und sozialer Weg.

Das Lied der Großmutter erreichte das Klassenzimmer

Li Xiaodan erinnert sich, dass sie nach der Schule mit einem Angelhaken unter der Dachtraufe sitzen und genug Fisch fürs Abendessen fangen konnte. Nach dem Essen hörte sie ihrer Großmutter bei Salzwasserliedern zu und lernte Danjia-Stickerei. Der Beitrag des Quotidien du Peuple von 2026 folgt einem späteren Versuch, diesen Klang hörbar zu halten: Die Liedträgerin Li Qiulan und ihr Team nahmen Lieder auf, organisierten Aufführungen und besuchten Schulen, damit Kinder gemeinsam singen konnten. Sie reagieren damit auf die Schwierigkeit mündlicher Weitergabe, wenn schriftliche Noten schwer zu bewahren sind. Gleichzeitig gründeten Bewohner 2021 einen Verein, der Treibmüll sammelt und Abwasseranlagen installiert, nachdem die Lagune unter Druck geraten war. Es geht nicht um eine Rückkehr zu einer unveränderten Vergangenheit, sondern darum, das Leben auf dem Wasser nachhaltiger zu gestalten und die Lieder zu einer neuen Generation zu tragen.

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