Karamay heißt auf Uigurisch „schwarzes Öl“, und es ist die einzige nach Erdöl benannte Stadt. Sie liegt am Nordwestrand des Dsungarischen Beckens, fünfzehn Kilometer von der Wüste Gurbantünggüt entfernt, ringsum Schotter und Wüste. Die Zahlen sind nüchtern: unter 130 mm Regen im Jahr, über 3500 mm Verdunstung.
Die ersten Jahrzehnte waren um das Wasser herum organisiert. Lastwagen und Kamele fuhren vierzig Kilometer zu Schilfteichen, die Haushalte hatten Rationen, und die Quelle vermerkt, dass etwa zwanzig Menschen auf den Wegen der Wassersuche und -leitung starben. Das Öl kam zuerst, doch ohne Wasser konnte die Stadt nicht wachsen.