Die überdachten Korridore des Qutan-Klosters sind zugleich ein langer gemalter Erzählraum. Ein 2023 befragter Fachmann beschrieb 28 gut erhaltene Korridorfelder mit Wandmalereien. Sie erzählen der Reihe nach von Shakyamunis Geburt bis zur Erleuchtung. Wer zwischen den Hallen durch die verbundenen Gebäude geht, folgt auch dieser Bildfolge. Die Malereien sind keine losgelösten Tafeln: Sie befinden sich in den Übergängen zwischen den Klosterhallen. Der Weg durch die Architektur wird so zum Zugang zur Erzählung.
Aus dem Journal
Buddhas Leben in den Wandbildern des Qutan-Klosters
Die überdachten Korridore von Qutan bilden einen fortlaufenden Wandbildraum. Die Erzählung reicht von Shakyamunis Geburt bis zur Erleuchtung; einzelne Szenen verbinden religiöse Geschichten mit Hochlandlandschaften und Opfergaben.

Eine Erzählung entlang des Korridors
Verehrung des Buddha in einer Berglandschaft
Der Fachmann hebt die Szene „Buddha-Verehrung in den tiefen Bergen“ hervor. Ein junger Mönch sitzt im Gebirge; Gläubige kommen mit Yaks, Milcheimern und Butter als Opfergabe. Links nähert sich eine gepanzerte Gruppe mit erhobenen Bannern. Landschaft, Frömmigkeit und Bewegung bilden eine gemeinsame Komposition. Die Gesprächspartner verbinden das Bild mit einer lokalen Legende über Kaiser Jianwen; sie bleibt jedoch eine mit dem Bild verknüpfte Überlieferung und keine gesicherte Bestimmung der dargestellten Personen. Der Fachmann beschreibt außerdem nepalesische Einflüsse in den Haupthallen, grüne Landschaftsmalerei in den Korridoren und Techniken der Rebgong-Thangka-Malerei bei Qing-zeitlichen Übermalungen. So verbinden die Korridore religiöse Erzählung und künstlerischen Austausch.