Aus dem Journal

Guge: Palast und Kloster auf dem Bergrücken

Auf einem Bergrücken im Kreis Zhada liegen in Tsaparang Paläste, Höhlen und buddhistische Denkmäler. Neue archäologische Datierungen präzisieren die Zeit einzelner Bauten und zeigen, wie sich die Hauptstadt in mehreren Phasen veränderte.

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Eine Hauptstadt in mehreren Höhenstufen

Die alte Stadt Guge ist kein einzelner Palast in leerer Landschaft. Archäologen beschreiben mehr als 1.400 Bauwerke, darunter Paläste, Höhlen und bedeutende buddhistische Denkmäler wie die Mandala-Halle und den Weißen Tempel. Aus der Ferne scheint die Siedlung in Stufen einen steilen Bergrücken hinaufzuwachsen; aus der Nähe zeigen sich Räume unterschiedlicher Funktion und Zeit. Eine 2026 in PLOS ONE veröffentlichte Studie bezeichnet Tsaparang als politisches und kulturelles Zentrum der späteren Guge-Zeit, ungefähr vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des Königreichs um 1630.

Ruinen von Tsaparang, der früheren Hauptstadt des Königreichs Guge
Ruinen der ehemaligen Hauptstadt des Guge-Königreichs in Tsaparang, fotografiert 2005. Foto: Pseudois; CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Datierungen aus Pflanzenresten

Die neue Chronologie beruht auf zwölf Pflanzenproben, darunter kurzlebige Grashalme und Bauholz. Das Forschungsteam verband Radiokarbondatierung mit Beschleuniger-Massenspektrometrie, bayesscher Modellierung und tibetischen Geschichtstexten. Für den Komplex VIF27 ergibt das Modell den Zeitraum 1457 bis 1471. Die Phase des Weißen Tempels steht mit Buddha-Statuen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in Verbindung; das Ende ihrer Herstellung wird auf 1556 bis 1560 eingegrenzt. Diese Zeiträume gelten für bestimmte untersuchte Bauwerke und Objekte, nicht für jedes Haus, jede Höhle oder Mauer auf dem Bergrücken.

Eine Stadt im Wandel der Herrschaft

Dieselbe Studie ordnet die Verstärkung eines Wachturms in eine spätere Phase zwischen der Mitte des 17. und dem Ende des 18. Jahrhunderts ein. Die Autoren nennen mehrere mögliche historische Zusammenhänge; die Belege erlauben keine eindeutige Entscheidung. Diese Vorsicht macht die Chronologie aussagekräftiger: Mit dem Ende der politischen Rolle Guge stand die Stadt nicht sofort still. Bauten konnten repariert, anders genutzt oder angesichts regionaler Veränderungen verstärkt werden. Der Bergrücken bewahrt eine Folge von Bau und Anpassung, nicht die Geschichte einer Stadt, die in einem einzigen Augenblick fertig war und verlassen wurde.

Viele Räume auf einem Hügel

Die Dichte der Anlage zeigt, dass Tempel, Palast, Höhle und Wohnraum zur selben archäologischen Geschichte gehören können und dennoch unterschiedliche Aufgaben hatten. Ein Kulturüberblick des Kreises Zhada beschreibt Guge als Zentrum des Handels und der Übersetzung buddhistischer Texte; die archäologische Studie dokumentiert Verwaltungs- und Sakralbauten der Hauptstadt. Beide Quellen beantworten andere Fragen, stellen den Bergrücken aber in eine größere regionale Welt aus Herrschaft, Glauben, Austausch und Alltag. Paläste machen Macht sichtbar, Tempel und Malereien bewahren Spuren religiöser Förderung, und kleinere Bauten regen dazu an, nach Wegen und Lebensformen der Bewohner zu fragen.

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  1. Ruinen der ehemaligen Hauptstadt des Guge-Königreichs in Tsaparang, fotografiert 2005. Foto: Pseudois; CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.Pseudois ( talk ) ( Uploads ) · CC BY-SA 3.0 Quelle des Fotos ↗ Rechteinformationen ↗