Aus dem Journal

Chengqilou: Eine Welt in Ringen

In Gaobei in Yongding machen Chengqilous absteigende Dächer und die zentrale Ahnenhalle aus einem Rundhaus eine vielschichtige Wohnwelt.

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Im Kreis liegt ein weiterer Kreis

Schon eine einzige Wand würde Chengqilou eindrucksvoll machen. Die eigentliche Überraschung liegt innen: Der Blick trifft auf ein weiteres Dach, dann noch eines, während in der Mitte eine Ahnenhalle steht. Das Gebäude gehört zur Tulou-Gruppe Gaobei in Yongding. Sein vertrauter Beiname „König der Tulou“ drückt Bewunderung für seine Größe aus; aufschlussreicher ist jedoch, wie diese Größe organisiert wird.

Üblicherweise wird das Haus als drei konzentrische Wohnringe um eine zentrale Halle beschrieben. Der äußere Ring ist viergeschossig, die inneren Bauten werden zur Mitte hin niedriger. Ein Grundriss macht die Geometrie sofort verständlich. Im Inneren stellt sich eine andere Frage: Wie kann so viel bebauter Raum dennoch Tageslicht erhalten und verbunden bleiben?

Höhe gehört zum Grundriss

Die absteigenden Dachhöhen machen die innere Welt lesbar. Ein hoher Rand sorgt für Umfassung; niedrigere Bauten zur Mitte hin verhindern, dass der ganze Hof zu einem einzigen tiefen Schacht wird. Zwischenräume zwischen den Ringen werden zu Gängen und offenen Streifen. Dachkanten markieren die Übergänge mit einem wiederkehrenden Rhythmus aus Ziegeln, Schatten und Licht.

So lässt sich die Dichte des Hauses gut verstehen. Die Ringe sind kein bloßes Schmuckmuster auf einem Grundriss. Sie schaffen unterschiedlich breite Räume, verschiedene Beziehungen zum Himmel und verschiedene Abstände vom Zentrum. Der Weg nach innen überschreitet immer wieder Schwellen zwischen überdachten und offenen Bereichen. Dasselbe Gebäude kann am Rand massig und innen überraschend feingliedrig wirken.

Der kleinste Bau kann das größte Gewicht tragen

In der Mitte gibt die Ahnenhalle dem Familiengedächtnis eine bauliche Adresse. Ihre Bedeutung bemisst sich nicht an ihrer Höhe. Die Anordnung bezieht die umgebende Wohnwelt auf einen gemeinsamen Punkt und stellt gewöhnliche Haushaltsräume in einen größeren Zusammenhang der Abstammungsgemeinschaft.

Chengqilou ist mit der Familie Jiang verbunden. Der Betreiber überliefert eine Geschichte, nach der günstiges Wetter den Lehmmauerbau unterstützte; daraus erklärt sich ein weiterer Name, „Gebäude der himmlischen Hilfe“. Als Baulegende verwandelt sie die Ungewissheit eines langen Gemeinschaftsvorhabens in die Erinnerung an empfangene Hilfe. Die Geschichte steht neben der sichtbaren Arbeit des Hauses: wiederkehrenden Zimmern, gefügtem Holz und Dächern, die in gewaltigem Maßstab koordiniert werden mussten.

Die zentrale Halle hilft, diese Arbeit als gemeinschaftliches Vorhaben zu verstehen, auch wenn die umliegenden Räume einzelnen Haushalten dienten.

Ein Dorfhaus wurde zum Sinnbild

Chengqilou erschien 1986 auf einer chinesischen Briefmarke mit traditioneller Wohnarchitektur. Das Bild gab einem örtlichen Haus eine kleine, leicht transportierbare Form. Warum sich das Gebäude so gut zum Symbol eignet, ist leicht erkennbar: Konzentrische Dächer bleiben selbst auf wenige Linien reduziert unverwechselbar.

Das wirkliche Gebäude verlangt jedoch langsamere Aufmerksamkeit. Die Briefmarke kann nicht zeigen, wie ein Dach einen Teil des nächsten Rings verdeckt, wie ein Gang Bewegung lenkt oder wie ein Höhenwechsel die sichtbare Himmelsfläche verändert. Diese räumlichen Beziehungen bilden die Substanz hinter dem Sinnbild.

Gaobei gibt diesem verdichteten Innenraum seinen größeren Dorfzusammenhang. Das Haus darin zu belassen hält auch seine Größe im Verhältnis. Chengqilou beeindruckt am stärksten, wenn seine Pracht zu einer Wohnfrage zurückführt: wie eine Familiengemeinschaft aus vielen kleineren Wohnorten ein großes, geordnetes Zuhause schuf.

Die breite runde Lehmfassade von Chengqi Lou unter tiefblauem Abendhimmel.
Chengqi Lou in Gaobei, nach Einbruch der Dämmerung beleuchtet.
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  1. Chengqi Lou in Gaobei, nach Einbruch der Dämmerung beleuchtet.福建省客家土楼旅游发展有限公司 · Rechtestatus nicht geklärt Quelle des Fotos ↗ Originales Seitenverhältnis beibehalten. Anzeigekopien nur bei Bedarf verkleinert; keine Vergrößerung, kein Beschnitt und keine Retusche.