Das Qipao ist keine antike Uniform, die in einer einzigen Form erstarrt wäre. Die Shanghaier Variante veränderte sich mit städtischer Mode und Schneiderei. Der Bericht der Stadtverwaltung zum immateriellen Kulturerbe führt das Kleidungsstück auf die mandschurische Kleidung zurück und hält fest, dass es im Shanghai der 1920er-Jahre sowohl im Alltag als auch zu formellen Anlässen weit verbreitet war. In den 1930er-Jahren übernahmen lokale Schneider westliche Schnitttechniken, darunter geformte Brustpartien, taillierte Schnitte, Schulternähte und Manschettenärmel. So entstand eine stärker anliegende Silhouette, die mit dem Haipai-Qipao verbunden wird.
Eine Ausstellungsankündigung des Shanghai Museum beschreibt die Silhouette der 1920er- und 1930er-Jahre als eng anliegenden Oberkörper mit ausgestelltem Saum und verfolgt spätere Veränderungen in den 1940er- und 1950er-Jahren. Diese Chronologie trennt Designgeschichte von der Vorstellung, alle Qipao sähen gleich aus. Ein Kragen oder Blumenmuster ist sofort erkennbar, doch Schulterlinie, Taillenform, Ärmel und Fall des Rocks verraten mehr über den Schnitt eines bestimmten Kleidungsstücks.


