Aus dem Journal

Dahan, dann Shihan: Ein Dorf wird zweimal entdeckt

Der Name eines Dorfes in einem Ortsverzeichnis von 1841 und die Rückkehr eines Gelehrten 2011 entlang einer spätqingzeitlichen Reiseroute rahmen Shihans veränderte Stellung in Hainans zentralem Bergland.

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Ein Becken zwischen zwei Bergnamen

Die Straße nach Shihan öffnet sich zu einem Hochlandbecken zwischen dem Limu-Berg und Yinggeling. Hainan Daily verortet das Dorf in der Gemeinde Hongmao, zwischen Limu-Berg und Yinggeling, auf mehr als 800 Metern Höhe. Das Bild entsteht aus nahen Elementen: Wald, ein klarer Bach, Reisfelder und Häuser, durch das Becken ziehende Wolken. Der Bericht bezeichnet Shihan als Dorf, in dem Li und Miao zusammenleben. Diese Beschreibung ist bedeutsamer als der spätere Online-Beiname, weil sie Siedlung und Bewohner verortet, bevor das Dorf zum Besucherbild wird.

Im Ortsverzeichnis steht Dahan

Die älteste schriftliche Spur, die der Bericht nennt, trägt nicht den heutigen Namen. In der Daoguang-Ausgabe des Qiongzhou-Ortsverzeichnisses von 1841 erscheint das Dorf als Dahan. Der Artikel nimmt den alten Namen zum Anlass für eine Frage: Wie gelangt ein Dorf in die Überlieferung – durch ein Verwaltungsverzeichnis, die Route eines Reisenden oder das Leben der Bewohner, die möglicherweise keine eigenen schriftlichen Berichte hinterließen? Das Ortsverzeichnis von 1841 ist laut Hainan Daily der früheste schriftliche Beleg des älteren Namens Shihans.

2011 zurück auf einer spätqingzeitlichen Route

2011 übersetzte Xin Shibiao, Professor an der Hainan-Universität, Hainan Ji Xing, den Reisebericht eines amerikanischen Missionars aus der späten Qing-Zeit. Er ging die Route Station für Station zurück und erreichte Dahan. Der Missionar hatte Landschaft und Menschen positiv beschrieben; Xin begegnete bei seinem Besuch einer anderen Gegenwart: Die Bewohner lebten weiterhin unter schwierigen Bedingungen, viele Lehmziegelhäuser verfielen. Diese Rückkehr ist der menschliche Wendepunkt des Artikels. Ein einst von einem Reisenden betrachteter Ort wurde erneut besucht, nicht um dessen malerische Sicht zu wiederholen, sondern um die Erinnerung eines Buches mit dem Dorfleben mehr als ein Jahrhundert später zu vergleichen.

Ein Lebensunterhalt ist keine zeitlose Kategorie

Die Zeitung berichtet, dass das übersetzte Buch im folgenden Jahr erschien und Provinzbehörden anschließend drei Millionen Yuan für Entwicklungsarbeiten in Shihan bereitstellten. Später beschreibt sie 22 Gästehäuser, Bergtee und Heilpflanzen; Kaffee galt damals noch als mögliche künftige Kultur. So gelesen ist Shihans Geschichte weder das Idyll eines unberührten Dorfes noch eine einfache Erfolgsgeschichte des Tourismus. Sie dokumentiert, wie Reiseroute, Buch, öffentliche Förderung und die Entscheidungen der Bewohner über ihren Lebensunterhalt in einer Hochlandsiedlung zusammenkamen.

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