In der Autonomen Präfektur Nujiang der Lisu leben mehrere Bevölkerungsgruppen, deren Geschichten sich in steilen Tälern und an Nebenflüssen begegnen. Das Nu-Profil der Nationalen Kommission für ethnische Angelegenheiten nennt verschiedene Eigenbezeichnungen: Nusu in Lushui, A-Nu in Fugong, A-Long in Gongshan und Ruorou in Lanping. Es verortet Nu-Gemeinschaften in mehreren Kreisen und beschreibt ihr Zusammenleben mit Lisu, Dulong, Tibetern, Bai, Han und Naxi. Daran wird deutlich, dass „Nu“ eine umfassende nationale Bezeichnung ist, die lokale Namen und unterschiedliche Lebensräume einschließt.
Dasselbe Profil beschreibt eine besondere sprachliche Nähe zwischen der Nu-Sprache in Gongshan und der Dulong-Sprache; Sprecher können sich demnach verständigen. Zugleich unterscheiden sich die Nu-Varietäten in Gongshan, Fugong und Lushui deutlich voneinander. Diese konkrete Beobachtung ist kein Beleg dafür, dass Nu und Dulong ein Volk seien. Die Überschneidung verweist auf lange Kontakte und Beziehungen, während die beiden Namen, Gemeinschaften und Verwaltungsidentitäten eigenständig bleiben.