Ein steiles Flusstal kann zwei benachbarte Siedlungen weit voneinander entfernt erscheinen lassen. In einem Bericht über Fugong aus dem Jahr 2021 erinnerte sich ein Bewohner daran, dass man den Nu-Fluss früher an einer Seilbahn oder zu Fuß überquerte und mehr als zehn Kilometer zurücklegte. Sieben oder acht Stunden auf Bergpfaden waren nötig, um eine Brücke zu erreichen. Das Hindernis prägte den Alltag: den Weg zum Feld, den Transport der Ernte zum Markt, Besuche bei Verwandten oder den Zugang zu medizinischer Versorgung am anderen Ufer.
Derselbe Bericht betrachtet Brückenbau aus der Perspektive alltäglicher Arbeit. Nach der Eröffnung der Munima-Brücke konnte eine Bewohnerin Obstgarten und Teegarten am anderen Ufer in wenigen Minuten erreichen, statt einen langen Umweg zu machen. Der Bericht verzeichnet 50 Brücken, die in Fugong als Teil eines größeren Straßennetzes gebaut wurden. Sie waren weder alle gleich konstruiert noch für denselben Zweck gedacht; gemeinsam bildeten sie eine Reihe örtlicher Übergänge, die Dorfstraßen mit Feldern und Einrichtungen verbanden.