Vom Brennofen zum Baumaterial

Foshans Keramikproduktion entwickelte sich in mehreren Phasen. Keramik vom Muschelhügel Hedang reicht bis in die späte Jungsteinzeit zurück; in Tang- und Song-Zeit wurde Shiwan zu einem bedeutenden Brennofenzentrum. Während der Ming- und Qing-Zeit wuchs die Produktion, und Waren wurden über die Region hinaus verkauft. Diese Brenntradition bildet eine lokale Materialgeschichte, doch die moderne Industrie sollte neue Märkte bedienen und im Fabrikmaßstab arbeiten.

Italienische Muster und eine neue Fertigungslinie

Nach 1978 begannen Unternehmen in Foshan, Fertigungslinien und Ausrüstung zu importieren und anzupassen. 1979 erprobten Firmen in Shiwan mit über einen Hongkonger Händler gelieferten italienischen Mustern die Herstellung glasierter Wandfliesen; noch im selben Jahr nahmen zwei Fabriken die Produktion auf. Ein Plan von 1984 führte moderne Technik und Anlagen ein. Mitte der 1990er-Jahre richtete sich die technische Modernisierung erneut auf Sanitärkeramik. So verlagerte sich die Produktion von Haushalts- und Kunstkeramik zu Fliesen und Badezimmerausstattung für das Bauwesen.

Messen verbinden Fabriken und Käufer

Foshans erste Keramikmesse wurde 2002 eröffnet. Frühjahrs- und Herbstmessen entwickelten sich zu einer Plattform, die Hersteller, Käufer und neue Produkte zusammenbrachte. Im Oktober 2023 fand die Messe zum 39. Mal statt. Sie bot den Fabriken einen Weg zu internationalen Märkten.

Foshans Keramikgeschichte führt damit von alten Brennofenstandorten über neue Maschinen zu wechselnden Produktentwürfen und Exporten. Im Laufe der Zeit folgten unterschiedliche Produktionssysteme aufeinander.