Eine Fabrik entsteht in Shiyan

Das Museum nutzt das Gelände der früheren Shangwu Hot Coil Factory in Shiyan. Ein Verzeichnis geschützter Ortsnamen Shenzhens hält fest, dass die Produktionsbrigade Shangwu am 18. Dezember 1978 eine Vereinbarung mit der Hongkonger Yigao Hot Coil Factory schloss. Gegründet werden sollte Shenzhens erstes Verarbeitungsunternehmen nach dem Modell „drei plus eins“. Die Produktion begann im Büro der Brigade; 1984 zog die Fabrik in ein neues Gebäude. So liegt das Museum mitten in der frühen Industriegeschichte der Reformzeit, an einem Ort, an dem aus gemeinschaftlichem Dorfraum eine Fabrik wurde.

Produktionslinien bleiben erhalten

Im April 2008 wandelte das Kulturamt des Bezirks Bao'an das ehemalige Fabrikgebäude in ein Museum der Wanderarbeiter um. Im Inneren sind drei Produktionslinien aus unterschiedlichen Zeiten erhalten, neben Schlafsälen, Kantine, Vorführraum und Ausstellungshallen mit Materialien und Gegenständen zur Arbeitsgeschichte. Das Gebäude selbst ist Teil der Erzählung: Herstellung, gemeinschaftliches Wohnen, Freizeit und öffentliche Vermittlung teilen sich einen früheren Arbeitsplatz. Das Museum gilt als erstes chinesisches Spezialmuseum zur Geschichte der Wanderarbeiter.

Jenseits der Produktionslinie

Schlafsäle, Kantine und Vorführraum erweitern die Geschichte über Maschinen hinaus. Auch ein Arbeitsplatz musste Räume für Essen, Wohnen und Freizeit bieten. Dass diese Einrichtungen neben den Produktionslinien erhalten blieben, hält verschiedene Seiten des Fabriklebens am selben Ort zusammen.

Das Museum erzählt von einer Stadt, die durch die Arbeit vieler Menschen entstand. Hier nimmt diese große Geschichte die Form einer ehemaligen Fabrik an: Räume mit unterschiedlichen Aufgaben, Ausrüstung aus mehreren Epochen und ein Standort, an dem die Produktion einst im Büro einer Dorfbrigade begann. Shenzhens industrielle Veränderung hinterließ Spuren in Gebäuden des täglichen Lebens.