Laomudeng liegt an einem Hang des Biluo-Schneegebirges über dem Tal des Nu. In einem Porträt des Provinzparlaments Yunnans erinnert sich Yuguolin, ein Bewohner aus der Gemeinschaft der Nu, daran, dass die ersten Besucher als Rucksackreisende ankamen und gelegentlich nach einer Übernachtung fragten. Anfangs kochten er und seine Frau für sie und überließen ihnen ihr eigenes Zimmer. Auf Anregung der Gäste eröffnete er schließlich ein Gästehaus und baute dafür neben dem Familienhaus ein kleines Gebäude mit acht Betten. Er nannte es „150 Inn“ – ein örtliches Wortspiel, das in einer anderen Quelle erklärt wird.
Das erste Gästehaus war nicht bloß ein Privatunternehmen. Als die Zahl der Gäste stieg, fragten andere Dorfbewohner, wie man Zimmer, Mahlzeiten und Service organisieren könne. Yuguolin zeigte ihnen die Anordnung seines Hauses und die Zubereitung örtlicher Gerichte. Wenn seine Zimmer belegt waren, vermittelte er Gäste an andere Haushalte; wenn ein Nachbar ausgebucht war, gab die Familie den Gefallen zurück. So beschreibt der Bericht eine Dorfwirtschaft, die durch praktische Empfehlungen und gemeinsames Lernen entstand und nicht durch ein einzelnes großes Hotelprojekt.