In Liuzikou gilt die Archäologie dem alten Lauf des Tongji-Kanals, einem Teil des Sui-Tang-Großkanals. Bei Ausgrabungen 1999 und 2012 kamen Abschnitte des Kanals, Ufer, Straßen und steinerne Brückenpfeiler zum Vorschein. Zusammengenommen zeigen sie, wie ein Wasserweg gebaut und überquert wurde. Das Brückenfundament ist eine besonders anschauliche Antwort auf die praktische Aufgabe, Menschen und Waren über den Kanal zu bringen.
Aus dem Journal
Liuzikou: eine Kanalstadt aus dem alten Flussbett
Ausgrabungen in Liuzikou legten Wracks, Brückenpfeiler und Keramik im alten Lauf des Tongji-Kanals frei.
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Neun hölzerne Rümpfe
Der Kreisbericht hält neun hölzerne Schiffswracks fest. Sie verankern den Umfang des Verkehrs in Planken und Verbindungen, statt ihn nur allgemein zu behaupten. Dieselben Ausgrabungen erbrachten Keramik, Knochen- und Hornobjekte, Steinanker und Münzen. Jedes Objekt gehört zu einer anderen Tätigkeit – transportieren, sichern, lagern, bezahlen oder gebrauchen – und macht den Kanalort als bewohnten Raum verständlich.
Keramik und Wege
Laut Kreisbericht stammt die Keramik aus mehr als zwanzig Brennöfen und reicht von der Sui- über die Tang- bis zur Song-Zeit. Liuzikou war damit Teil von Netzen, die über eine einzelne Siedlung hinausgingen. Ein Gefäß wurde hergestellt, bewegt, benutzt und schließlich verloren oder weggeworfen. Archäologie macht solche Alltagsgegenstände zu Hinweisen auf Wege, ohne für jede Scherbe einen unbekannten Besitzer oder Inhalt zu erfinden.
Eine geschäftige Wasserstadt
Der Bericht deutet die Funde zusammen als Beleg für eine wohlhabende Stadt am Tongji-Kanal während der Sui-, Tang- und Song-Zeit. Diese Schlussfolgerung beruht auf mehreren Überresten, nicht auf einem einzelnen Schiff. 2014 wurde der Ort in die Welterbeliste des Großkanals aufgenommen. Hier treffen zwei Maßstäbe aufeinander: ein Dorfstandort im Kreis Suixi und ein Abschnitt eines Wasserweges, der Regionen und Dynastien verband.